Für uns ist das ein sehr großer Schritt.“ Mit diesen Worten kommentierte Karsten Faschian die Neuaurichtung und Umbenennung des Weingutes in Hessigheim. Seit dem 1. Dezember firmiert es unter den Namen „exNicrum“, übersetzt etwa „aus dem Neckartal“. Das Weingut hat mit dem Önologen Fabian Alber einen neuen Gesellschafter. Mit einer neuen Linie von hochwertigen Weinen, die am Montagabend vorgestellt wurden, strebt „exNicrum“ in die Spitzengestronomie. „Die Steillagenweine finden ihren Weg nach Berlin“, sagt Herbert Müller, ebenfalls Gesellschafter des Hessigheimer Weingutes.

Strategischer Partner

Für diesen Schritt haben sich Faschian, Müller und Alber einen strategischen Partner ins Boot geholt, den Berliner Weinmacher und Sommelier André Macionga. Er hat die zwölf Weine der neuen Linie, deren Preisspanne von zwölf bis 58 Euro reicht, zusammengestellt und cuvetiert. Macionga ist Chefsommelier des Zwei-Sterne-Restaurants von Tim Raue in Berlin. Er arbeitet mit weiteren Winzern zusammen, deren Weine er ebenfalls zusammenstellt und auch selber vertreibt. Die neue Weinlinie ist mit Etiketten versehen, die von der Berliner Künstlerin Stefanie Nückel geschaffen wurden.

Dem Weingut kommt jetzt die Erfahrung zugute, die Herbert Müller mit dem Consortium Montis Casei beim Anbau hochwertiger Rebsorten in den Steillagen über dem Neckar gesammelt hat. Vor etwa fünf Jahren haben die zwölf Mitglieder des Konsortiums damit begonnen, Weinberge im Neckartal zu pachten oder zu kaufen und sie mit Rebsorten wie Tempranillo, Syrah und Sangiovese zu bepflanzen. Die Weinberge sind an das Weingut verpachtet, das sich um den Ausbau kümmert, erläuterte Karsten Faschian. „Bei uns finden diese Rebsorten inzwischen eine optimale Heimat, das richtige Terroir und technisch versierte Anbaumethoden“, sagte Herbert Müller. Ziel sei es vor allem mit dem Rotwein einen „deutschen Referenzwein“ zu schaffen, „wie es der Riesling international beim Weißwein ist“.

Produktion umgestellt

Für die Cuvées der Marke „exNicrum“ werden die Premiumweine des Weingutes verwendet. Die Produktion im Weinberg und im Keller wurde auf die neue Weinlinie umgestellt, so Faschian, die Erträge deutlich reduziert. Unter dem Namen „Faschian“ wird es auch weiterhin Wein geben, diese Linie sei allerdings für den regionalen Markt bestimmt.

Neben der Erzeugung eines Premiumweines ist die Erhaltung der Steillagen ein weiterer Antrieb für Müller und Faschian: „Wir sichern dadurch den ästhetischen, kulturellen und ökonomischen Wert der Landschaft.“