Walheim Walheim: Tatjana Scheerle wird Bürgermeisterin

Tatjana Scheerle ist im zweiten Anlauf zur neuen Bürgermeisterin in Walheim gewählt worden. Vorgänger Albrecht Dautel gehörte am Sonntag zu den ersten Gratulanten.
Tatjana Scheerle ist im zweiten Anlauf zur neuen Bürgermeisterin in Walheim gewählt worden. Vorgänger Albrecht Dautel gehörte am Sonntag zu den ersten Gratulanten. © Foto: Helmut Pangerl
Roland Willeke 16.07.2018

Exakt 1318 Walheimer gingen am Sonntag zur Wahl, um ihren neuen Bürgermeister zu bestimmen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 50,52 Prozent. Vor zwei Wochen, als keiner der damals angetretenen acht Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte, waren 1462 gültige Stimmzettel abgegeben worden; die Wahlbeteiligung lag bei 56,07 Prozent.

In der geringeren Wahlbeteiligung kommt zum Ausdruck, was im Ort in den zurückliegenden zwei Wochen mehrfach zu hören war. Viele Walheimer waren von der Zweitplatzierten der Wahl vom 1. Juli, Anja Klohr, so enttäuscht – sie hatte 24,62 Prozent erzielt, ihre Kandidatur aber dennoch aufgegeben –, dass sie offensichtlich bei der Neuauflage auf ihr Stimmrecht gänzlich verzichteten.

Kuchen gebacken

Überragende Gewinnerin der  Wahl ist, wie von vielen erwartet, die Diplom-Verwaltungswirtin Tatjana Scheerle, derzeit noch Leiterin des Ordnungsamtes in Untergruppenbach. Die 35-Jährige konnte sich von 38,65 Prozent auf 55,44 Prozent steigern und so doch noch ein Ergebnis deutlich über 50 Prozent einfahren.

Ihr einzig ernst zu nehmender Konkurrent, der aus Walheim stammende Ingenieur Robert Bezner, bekam 40,51 Prozent der Stimmen und konnte sein Ergebnis vom 1. Juli von 20,38 Prozent glatt verdoppeln.

Auch die anderen beiden Kandidaten – Ulrich Raisch und Fridi Miller – bekamen mehr Stimmen als vor zwei Wochen. Ulrich Raisch wurde von zehn Walheimern gewählt, statt vier im ersten Wahlgang; Fridi Miller verdoppelte die Zahl ihrer Wähler von zwei auf vier.

Tatjana Scheerle zeigte sich sprachlos, „was selten vorkommt“, so Scheerle über sich selbst, und über die Maßen erleichtert.

Um sich zu entspannen, habe sie am Sonntag den ganzen Tag gebacken, berichtete sie den Journalisten. Zur ihrer Wahl war aus Untergruppenbach der stellvertretende Bürgermeister Hermann Steiner gekommen. Auch ihr Mentor Ian Schölzel, Bürgermeister in Weissach im Tal und vor vielen Jahren Hauptamtsleiter in Walheim, war unter den rund 60 Zuschauern, die der Bekanntgabe des Ergebnisses beiwohnten. Scheerle schätzt, dass sie Anfang September ihr neues Amt in Walheim wird antreten können. Vor den vor ihr stehenden Aufgaben habe sie keine Angst: „Ich bin schon immer eine Schafferin gewesen.“

Zufrieden zeigte sich auch Robert Bezner. Das Ergebnis von 40,51 Prozent sei gut, habe aber halt nicht gereicht. Er sieht sich weiter in der Walheimer Kommunalpolitik und schließt eine Kandidatur für den Gemeinderat im kommenden Frühjahr nicht aus.

Die Bürgermeisterkollegen aus den Nachbargemeinden trafen erst mit Verzögerung zur Gratulationstour ein. Gesehen wurden die Bürgermeister Jörg Frauhammer aus Gemmrigheim und Uwe Seibold aus Kirchheim.

Für den scheidenden Walheimer Bürgermeister Albrecht Dautel war die Bürgermeisterwahl am Sonntag seine definitiv letzte Amtshandlung in Walheim. Ab heute nimmt er auf dem Bürgermeisterstuhl in Bönnigheim Platz. (Seite 13)

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel