Besigheim Viele Aufgaben für die Jugendarbeit

Zu den vielen Aufgaben von Nicole Petzold (Bildmitte) in der Kinder- und Jugendarbeit gehört die Leitung des Jugendhauses, für das sie seit vielen Jahren verantwortlich ist.
Zu den vielen Aufgaben von Nicole Petzold (Bildmitte) in der Kinder- und Jugendarbeit gehört die Leitung des Jugendhauses, für das sie seit vielen Jahren verantwortlich ist. © Foto: Helmut Pangerl
Uwe Deecke 06.12.2018

Das Tätigkeitsfeld Nicole Petzold, der Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit in Besigheim, hat sich in den letzten Jahren immer mehr erweitert. Das wurde jetzt in ihrem Bericht im Verwaltungsausschuss deutlich. Umso mehr fällt der Ausfall des „Bufdis“ ins Gewicht, für den nun dringend ein Nachfolger gesucht wird.

Petzold ist verantwortlich für das Jugendhaus, sie berät bei Sozialstunden und Praktika und arbeitet zu 25 Prozent in der Jugendberufshilfe für die Friedrich-Schelling-Schule. Seit 2012 ist sie auch beim Berufswegepaten-Modell dabei und auch eng vernetzt der Schulsozialarbeit an der Gemeinschaftsschule. Sie entwickelt und koordiniert auch die mobile Jugendarbeit in Form der Streetwork, der Einzelfallhilfe und der Gruppenarbeit, beispielsweise in Form von Anti-Aggressionstraining.

Kontakte zu Firmen

Im Verwaltungsausschuss berichtete Petzold über das letzte Jahr, in dem es wieder zahlreiche Aktionen gab. Im „Girls- and Boysday“ suchten sich Mädchen typische Männer- und Jungs Frauenberufe aus und erlebten dort den Arbeitsalltag. Dies schaffe Kontakte zu vielen Firmen, so Petzold, und erleichtere später die Praktikumssuche.

Bei „Besigheim spielt“ war das Jugendhaus dabei, ebenso bot man im Point Club Unterstützung von Flüchtlingskindern bei Hausaufgaben. Im Sommerferienprogramm gab es einen dreitägigen Theaterworkshop, dazu fand wieder das Open-Air-Kino und das Mitternachtsschwimmen im Freibad statt. Gut angenommen worden sei der Wende-Selbstsicherheitskurs, ein Mitmach-Märchen und das Autogene Training.

Die Umbruchphase bei den Besuchern sei sehr weit fortgeschritten, da die letzte Generation eine Ausbildung mache oder auf weiterführende Schulen gehe. „Viele Flüchtlingskinder kommen mittags auch ins Jugendhaus“, erklärte Petzold zum Umbruch. Überhaupt hätten viele der neuen Besucher einen Migrationshintergrund, manchmal seien die Eltern nachmittags nicht zu Hause oder es fehle ein PC, sodass sie dringend Unterstützung bräuchten, so die Sozialarbeitin. Stark gefragt seien auch Außenaktivitäten, für die man unter anderem den Kunstrasenplatz nutze, aber auch Billard, Darts oder Tischkicker, wo es auch immer wieder Turniere gebe.

Einen engen Austausch gibt es zwischen der Kernzeitbetreuung und dem Jugendhaus, im Sommer bot man gemeinsame Mitmachaktionen an. Für bewegungsintensive Workshops nutzt die Jugendarbeit auch den Bewegungsraum der Kernzeit in der Besigheimer Gemeinschaftsschule.

Neuer „Bufdi“ gesucht

Dass der „Bufdi“ nun fehlt, fällt ins Gewicht. „Die Bufdis haben uns den Rücken frei gehalten“, so Petzold, man bemühe sich sehr, die Stelle wieder zu besetzen. Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses betonten die Wichtigkeit des städtischen Angebots. „Das Jugendhaus hat eine Schlüsselposition zur Schulsozialarbeit“, sagte Helmut Fischer vom Bündnis Mensch und Umwelt. „Es kann nur funktionieren, wenn man ein engmaschiges Netz hat“, so der BMU-Rat. Christian Herbst (SPD) schlug vor, die unbesetzte „Bufdi“-Stelle in ein Freiwilliges Soziales Jahr umzuwandeln. Dies müsste man neu beantragen und könnte für eine Verbesserung sorgen, so der Rat.

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