Klaus Schrempf, früherer Kämmerer, Beigeordneter und Aufsichtsratsvorsitzender der Felsengartenkellerei, Wengerter und bildender Künstler setzt am Ende seiner beruflichen Laufbahn einen neuen Akzent mit einer Ausstellung seiner Aquarelle im Besigheimer Rathaus. Am Sonntag war Vernissage.

„Ich habe immer gesagt, wenn ich aufhöre, mache ich wieder mehr Kunst“, sagte Schrempf anlässlich der Eröffnung. Unter dem Titel „Faszination Aquarell – Fachwerk trifft Reben“ zeigt er seine Werke mit Fokus auf Besigheim. „Ich habe vor 40 Jahren angefangen, in Öl zu malen. Das Aquarellmalen fasziniert mich allerdings viel mehr. Der Strich, der gesetzt ist, der steht. Da kann man nicht so korrigieren wie in der Ölmalerei. Das gefällt mir, weil es das Spontane abbildet“, erklärte Schrempf.

„Besigheim hat immer noch viele interessante Ecken, die sich lohnen, dass man sie malerisch festhält“, erläutert er sein Interesse an der Stadt. Seine Aquarelle zeigen deutliche Schwarz-Weiß-Kontrasten, angereichert mit wenigen Farben. Motivisch zeigt er, das was Besigheim prägt und ausmacht: Fachwerkhäuser eingebettet in die Rebenlandschaft.

Die Art der Umsetzung ist es, die Schrempfs Bilder ein Alleinstellungsmerkmal gibt. Er pickt sich Details heraus, Reben, die  mit einem Draht gebunden werden, ein Stück Rebwurzel im Winter und die kleine Drahtmaschine, wie sie an einer saftigen Traube angelegt ist. Die Stadtansichten auf Besigheim sind von der würfelartigen Anordnung der Häuser geprägt. Malerisch blitzt hier und da die Enz auf in den langen Schatten der Häuser.

Aber auch europäische Metropolen wie Barcelona finden Eingang in Schrempfs Motivwelt. Auf Urlaubsreisen stach ihm die eine oder andere reizvolle Perspektive ins Auge – Zeugnisse vom pulsierendem Leben im Süden. „Meine Besigheimer Bilder entstanden in meinem kleinen Malatelier, das ich mir zuhause eingerichtet habe“, erzählt er. Die Bilder, die in anderen Ländern entstanden sind, hat der Künstler draußen vor Ort „en pleine air“ gemalt.

Warum er zuhause nicht mit seiner Staffelei in Besigheim sitzt? „In Besigheim als Beigeordneter vor dem Motiv zu malen, hätte von mir ein großes Selbstvertrauen abverlangt, das ich für mein Hobby nicht aufbringen wollte“, sagt er bei der Vernissage und fügt hinzu: „Kommentare von Passanten wie „jetzt maaalt der au no“ oder „nicht jeder, der mal einen Volkshochschulkurs besuchte, ist ein Künstler“ sind Schrempf, wie er sagt, wohl bekannt.

Auf sehr großes Interesse stießen seine Arbeiten am Sonntag bei der Vernissage, die  Schrempfs Ruhestand einläuten sollte. „Meine letzte Ausstellung in Besigheim liegt über zehn Jahre zurück. Da ich noch bis vor ein paar Wochen mitten in einem anspruchsvollen Beruf stand, habe ich mir selbst auferlegt, erst nach Beendigung meiner beruflichen Laufbahn bei der Stadt einmal hier im Rathaus auszustellen“, macht er deutlich und erinnert sich: „Oft bin ich an dieser Stelle in anderer Funktion gestanden und habe Ausstellungen anderer Künstler eröffnet. Heute sind es meine Aquarelle, die an den Ausstellungstafeln hängen.“

Viele Fortbildungen

Klaus Schrempf erzählte auch, was ihm das Malen bedeutet: „Malen war und ist für mich in erster Linie Entspannung zum Beruf. Malen ist aber auch Handwerk, das man lernen muss, falls man weiterkommen möchte. Deshalb ist eine solide Ausbildung wichtig. Autodidaktisch funktioniert es nur bis zu einem gewissen Grad“, ist er überzeugt. Deshalb hat Schrempf einen Großteil seiner Urlaubstage mit Fortbildungen bei Künstlern zugebracht: „Nur so wurde das Ziel erreichbar, das ich mir selbst auferlegt habe.“

Info Die Ausstellung „Faszination Aquarell – Fachwerk trifft Reben“ im Besigheimer Rathauses ist noch bis 20. März zu den Öffnungszeiten zu sehen.