Möglichst ohne Plastik, dafür Bio und aus der Region – das ist das Motto des neuen Unverpackt-Ladens, der am Freitag, 7. Juni, in Besigheim seine Pforten öffnet. Das Konzept solcher Läden ist simpel: Beim Einkauf soll auf die Verwendung von Tüten, Verpackungen und sonstigen Produkten aus Einwegplastik verzichtet werden. Als der erste seiner Art in Besigheim und der zweite im Landkreis nach Ludwigsburg soll der Laden seine Kunden für ihren Plastikkonsum sensibilisieren und zu bewussterem Einkaufen anregen.

Schon vor rund zwei Jahren sind die Inhaber des „AnNa unverpackt Kaufladens“, Nathalie Alméras und Angela Beyl, erstmals auf das Konzept aufmerksam geworden. „Wir haben das gelesen und uns dann entschieden, es selbst zu probieren“, sagt Alméras. Die Gesamtkosten ihre Vorhabens konnten die Eigentümerinnen durch die Unterstützung von Freunden und Bekannten vergleichsweise gering halten, so Alméras. Rund 80 000 Euro hat der Umbau gekostet, auch weil Regale und Tresen bereits vorhanden waren.

Mehr als nur einkaufen

Die Besonderheit des Besigheimer Ladens, so die Inhaberinnen weiter, ist die Möglichkeit, dort eine vegetarische oder vegane Mahlzeit zu sich zu nehmen und einen Kaffee zu genießen. Neben dem Einkauf soll das Geschäft nämlich auch „ein Ort zum Verweilen“ sein. „Die Kunden können hier zur Ruhe kommen und andere Menschen kennenlernen“, betont Alméras. Auch Veranstaltungen zum Thema Umwelt und Plastik, Produktverkostungen und die Kooperation mit Schulen sind geplant. Das Umweltbewusstsein soll so bereits bei Kindern und Jugendlichen gefördert werden. Ein Bestell- und Lieferservice mit dem Lastenrad sei ebenfalls vorgesehen.

Das Warenangebot umfasst „alles, was ein kleiner Supermarkt auch hat.“ Von Lebensmitteln über Hygieneartikel bis hin zu Haushaltswaren soll der Laden alles im Sortiment haben – sofern regional verfügbar. „Nicht nur möglichst wenig Plastik, sondern auch eine niedrige Kohlenstoffdioxid-Bilanz der Ware ist uns wichtig“, erläutert Beyl den Fokus auf regionale Produkte. Dadurch sind die Produkte zwar etwas teurer als beim Discounter, seien dafür allerdings qualitativ besser. Außerdem soll dadurch auch das Kaufverhalten der Kunden verändert werden. Durch höhere Preise sei die Hemmschwelle für Impulskäufe wesentlich höher. „So kaufen die Leute das, was sie auch wirklich konsumieren. Dadurch wird im Endeffekt weniger ausgegeben“, erklärt Alméras.

Auch bei der Anschaffung der Produkte wird darauf geachtet, diese möglichst in wiederverwendbaren Kisten und umweltneutralen Behältnissen zu transportieren. „Ganz auf Plastik können wir leider nicht verzichten“ geben die Inhaberinnen allerdings zu. Das liege daran, dass nicht alle Zulieferer eine klimaneutrale Verpackung zur Verfügung stellen. Alméras und Beyl sind deshalb immer für Vorschläge offen, wie sie ihren Plastikkonsum weiter einschränken können.

Bei der Eröffnung am kommenden Freitag, 7. Juni, 9 Uhr, gibt es einen Sektempfang. Im Laden hängen einfache Anleitungen aus, sodass gleich mit dem Einkaufen losgelegt werden kann. Wer eigene Behältnisse mitbringt, macht aber nichts falsch.

Info Geöffnet hat der Laden in der Hauptsraße 16 montags, dienstags und freitags von 9 bis 18.30 Uhr, donnerstags von 9 bis 22 Uhr und samstags von 8 bis 14 Uhr. Mittwochs ist geschlossen.