Besigheim Über Hohlwegfischer und Grieleshenker - Vortrag über Spitznamen bei Männervesper

Besigheim / BZ 08.03.2016
Um schwäbische Necknamen und schwäbische Lebensart drehte sich das Männervesper in der Begegnungsstätte am Besigheimer Enzplatz.

Einen Ausflug in die Necknamen schwäbischer Ortschaften unternahmen die Männer, die kürzlich in die Begegnungsstätte gekommen waren. Das fünfte Besigheimer-Ottmarsheimer Männervesper, das dort gemeinsam von der evangelischen Kirchengemeinde und der AH83 des TSV Ottmarsheim veranstaltet wurde, stand ganz im Zeichen der schwäbischen Mundart und der Eigenheiten des Schwaben an sich. Wolfgang Wulz, dem Referenten des Abends, gelang es vorzüglich, die Männer mit auf die Reise in schwäbische Gepflogenheiten, Eigenarten und vor allen in das Reich der Ortsspitznamen mitzunehmen. Doch ehe der Fachvortrag begann, ließen sich die Männer das einfache schwäbische Vesper, bestehend aus Wurstplatte, Brot und Gurken, schmecken.

Wolfgang Wulz stellte sodann seine Heimatstadt Heidenheim vor, die ostälblerisch als die Stadt der Knöpfleswäscher bekannt ist. Im Vergleich zum Unterland, wo wie in Besigheim mehr Wohlstand herrschte, war die Ostalb bettelarm. Gerne sprach man damals von den drei schlimmsten Seuchen: Cholera, Malaria, von "dr Alb ra". Aber auch im Neckartal mussten die Menschen mit Fleiß und Sparsamkeit wirtschaften, um über die Runden zu kommen. So sei die sprichwörtliche schwäbische Sparsamkeit keinesfalls mit Geiz zu verwechseln.

Auf Besigheim, die alte Ämter- und Wengerterstadt, so Referent Wulz, blickten viele Menschen der umliegenden Ortschaften mit Neid. So entstanden nicht gerade wohlwollende Meinungen über Besigheim und deren Einwohner. So sagten die Enzflößer zum Beispiel in Anlehnung an die schwäbische Aussprache "Besga" "bös Eck" zu Besigheim. Aus dem Besigheimer Umfeld gab es auch sehr derbe Sprüche wie "Besga wär a schöne Stadt, wenns net wär a Lombapack" oder "Besga isch a schöne Stadt, wo jedes Haus sechs Einbrecher hat".

Tatsächlich aber geht der Spitzname Besigheims auf das traditionelle sichelförmig geschwungene Wengertermesser zurück, das als Hippe, Häbe, oder Haba bezeichnet wurde. Lediglich über die Aussprache der Besigheimer "Haba" gab es allerdings Unstimmigkeiten.

Keine Zweifel gab es über die Anekdoten der Ottmarsheimer "Hohlwegfischer", der Löchgauer wie Ilsfelder "Hasaropfer" oder der Bönnigheimer "Grieleshenker". So gab es auch für die Teilnehmer zahlreiche Anlässe über ihre sprachliche Herkunft zu diskutieren oder darüber, welche schwäbischen Eigenheiten die Sprache ihrer Großelterngeneration noch aufwies.Info Das sechste Besigheimer-Ottmarsheimer Männervesper findet am Donnerstag, 7. April, 19 Uhr, im Gemeindesaal in Ottmarsheim statt. Als Referent konnte Eberhard Gienger gewonnen werden. Der ehemalige Turn-Weltmeister und aktuell Mitglied des Bundestages für die CDU wird unter dem Motto "Leistung um jeden Preis" den Spagat zwischen Leistungssport und Politik wagen.

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