"Ich frage mich, wie so etwas in einer Demokratie passieren kann", sagte Miriam Staudacher bei der Demonstration am Samstag in Besigheim und meinte damit die größtenteils geheimen Gespräche der Regierung über ein angedachtes Freihandelsabkommen mit den USA. Staudacher (BMU) ist Gemeinderätin in Besigheim und sprach auf dem Europaplatz vor dem Zug von 300 Menschen über die Probleme die sie im Freihandelsabkommen sieht, sollte es tatsächlich umgesetzt werden.

Vor allem fürchtet Staudacher das Inkrafttreten von Abkommen wie TTIP und CETA. Dies sei für sie vor allem eine Gefährdung für die Kommunen, die durch die Umsetzung "einen Teil ihrer politischen Gestaltungsmacht einbüßen werden", so die Kommunalpolitikerin. In ihrer Rede auf dem Besigheimer Europaplatz betont die Gemeinderätin, dass es in Besigheim "vorbildliche Ansätze" gibt, "das öffentliche Beschaffungswesen dezentraler, regionaler und ökologischer zu gestalten", doch durch solche Programme würden diese "ad absurdum geführt", da durch solche Programme eine Zentralisierung gefördert würde.

Dass sie mit dieser Meinung nicht alleine ist, zeigte sich am Samstag in Besigheim deutlich. Die rund 300 Demonstranten machten ihren Weg vom Bahnhof über den Europaplatz bis zum Kelterplatz und blieben nicht ungehört oder -gesehen. Auf den Bannern sind Slogans wie ""Konzerne profitieren, Menschen verlieren" und "Freihandelsabkommen - Freiheit für wen?" zu lesen. Besigheim sei nun auf dem Weg, sich wie zum Beispiel Bremen, Kassel, Potsdam, Marburg und Fürth öffentlich gegen das geplante Freihandelsabkommen zu äußern, so Staudacher. Ein besonderes Anliegen sei es ihr aber, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu bringen und den Menschen zu zeigen, wie parteiübergreifend wichtig das Thema ist. So soll vor allem für mehr Transparenz im Gestaltungsprozess gesorgt werden um die Demokratie zu wahren. Dass die Aktion erfolgreich war oder aber die Menschen schon vorher wussten wie parteiunabhängig das Thema ist, zeigte sich bereits Samstag. Auf der Straße waren Organisationen wie Attac, aber auch Vertreter der Stadt und Bürger allen Alters waren an der Demonstration beteiligt.