Besigheim Stadtflohmarkt: Treffpunkt für Schätze aus zweiter Hand

Bunt war das Angebot der Händler auf dem Stadtflohmarkt.
Bunt war das Angebot der Händler auf dem Stadtflohmarkt. © Foto: Martin Kalb
Besigheim / SABINE FISCHER 17.06.2013
Alte Schallplatten, Klamotten oder Bücher: Ein Flohmarkt hat ja immer ein bisschen was von einer Schatzsuche. Auf dem Besigheimer Stadtflohmarkt wurden die Besucher fündig.

Bei traumhaften Wetterbedingungen schlenderten gestern bereits um die Mittagszeit zahlreiche Besucher durch Besigheim, wo sich die Innenstadt wieder einmal in ein Sammelsurium an Kuriositäten, Gebrauchtwaren und Vintage-Schätzen verwandelt hatte. Der Stadtflohmarkt, für den sowohl Privatpersonen als auch ansässige Ladenbesitzer und verschiedene Organisationen und Vereinigungen ihre Dachböden entrümpelt hatten und eine Vielzahl verschiedener Kostbarkeiten anboten, zog sich durch die historische Altstadt bis über den Marktplatz.

Von Antiquitäten, über Kleider und Bücher bis hin zu allerlei liebenswertem Krimskrams, malten die Händler, die teils weite Strecken in Kauf genommen hatten, um beim Besigheimer Spektakel mit dabei zu sein, ein buntes Bild in die Straßen. Einen besonders weiten Weg hatte dabei beispielsweise Gregor Koch, der mit seinem vollbepackten Auto rund 140 Kilometer aus Ludwigshafen anreiste. Im Gepäck: eine Sammlung verschiedenster Partituren, Notenauszüge und musiktheoretischer und -historischer Bücher. Die meisten davon habe er bei Wohnungsauflösungen gefunden, erzählte er. Viele Leute wüssten gar nicht, was sie da eigentlich für Schätze im Keller hätten - die Erstausgabe einer Sonate von Beethoven aus dem Jahre 1840 zum Beispiel.

"Da steht ja nicht wertvolle Erstausgabe" drauf, man muss sich schon auskennen, um einen solchen Schatz zu finden", sagte Koch. Dennoch sei es schwer, heute solch alte Exemplare zu finden. Durch die Kriege sei viel zerstört worden, erzählte der Noten- und Buchhändler. "Heute gibt es zwar wieder viele Nachdrucke alter Musik, aber Originalpartituren sind schwer aufzutreiben."

Liebhaber derselben finden sich auf dem Besigheimer Stadtflohmarkt allerdings viele. Viele von ihnen sind extra wegen Gregor Koch gekommen. Er habe sich in den vergangenen Jahren eine gewisse Stammkundschaft aufgebaut, die immer wieder komme und wisse, dass er hier sei, meinte Koch. Da lohne sich der Weg allein schon wegen des menschlichen Kontakts.

Einen viel kürzeren Anreiseweg hatte hingegen Monika Colmar, Besitzerin des Besigheimer Galerie-Laden. Auch sie beteiligte sich mit allerlei Kostbarkeiten am Flohmarktbetrieb: Antike Puppen, Porzellan und Spielzeug, vieles davon noch aus der eigenen Kindheit oder von der Großmutter. "Ich sammle schon mein Leben lang", so Colmar. Daraus habe sich dann eine Leidenschaft entwickelt - dafür, das Alte zu bewahren und mit dem Neuen zu vermischen. Auch bei anderen sei der Nostalgie-Faktor ein wichtige Antriebskraft, um Monika Colmars Laden aufzusuchen: "Viele Leute werfen Sachen aus ihrer Kindheit weg, weil sie sie nicht mehr gebrauchen können oder einfach keinen Platz mehr für sie finden und wollen sie dann später wieder haben. Bei mir kann man solche Dinge verhältnismäßig günstig kaufen."

An vielen Dingen, die sie anbietet, hängt ihr Herz in besonderem Maße. So zum Beispiel an einem alten Zirkuswagen, der zu seinen Zeiten benutzt wurde, um Spielzeug aufzubewahren oder einem kleinen Kaufladen, der früher in ihrem eigenen Kinderzimmer stand. Ein besonderer Schatz ist auch das gut 100 Jahre alte Waschlavoir aus Porzellan samt Seifenschalen, das sie auf einem Antikmarkt ergattern konnte. "Früher stand der einmal auf einem Waschtischchen und diente zur Katzenwäsche", so Colmar. Heute ziert er ihren Verkaufstisch und wird zum Hingucker für viele vorbeiziehende Flohmarkt-Besucher.

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