Besigheim Stadt geht in Vorleistung für Tablets und Computer

Künftig sollen Besigheims Schulen besser mit Computern ausgestattet werden. 20 Prozent der Kosten muss die Kommune übernehmen. Pro Schüler sind zusätzlich 25 Euro jährlich an Haushaltsmitteln angedacht.
Künftig sollen Besigheims Schulen besser mit Computern ausgestattet werden. 20 Prozent der Kosten muss die Kommune übernehmen. Pro Schüler sind zusätzlich 25 Euro jährlich an Haushaltsmitteln angedacht. © Foto: Carmen Jaspersen
Besigheim / Uwe Deecke 09.11.2018

Der Bund möchte die Medienkompetenz an Schulen stärken, doch die Bildungshoheit liegt bei den Ländern. Besigheim will an seinen Schulen nun in Vorleistung gehen.

75 Millionen Euro für alle Schulen im Land stünden zusätzlich vom Land Baden-Württemberg zur Verfügung, erklärte Kämmerer Klaus Schrempf auf der Sitzung des Gemeinderates. Allerdings enthalte die Ankündigung keinen Hinweis darauf, wann und in welcher Form der Betrag ausbezahlt werden soll. Für die Stadt würde dies einen Betrag von rund 1,45 Millionen Euro bedeuten, von denen sie 20 Prozent übernehmen müsste.

Gespräche mit Schulen

Es gab im Vorfeld Gespräche mit allen Schulen und dem Ergebnis, dass nicht der Kauf, sondern das Leasing von Computern und Tablets die beste Lösung sei. Weil Medienausstattung im Verantwortungsbereich der Schulen mit ihrem jeweiligen pädagogischen Konzept liege, sollten diese die erforderlichen Leasing-Verträge abschließen. Zusammen mit den Mitteln, die den Schulen ohnehin zur Verfügung stehen, komme man auf 50 Euro pro Schüler, von denen die Stadt Besigheim 25 Euro übernehmen will. Die vom Land geforderte Beteiligung von 20 Prozent wäre damit deutlich übertroffen, dazu würde man die Schulen auch noch mit einer schnellen Internetleitung versorgen. Dass die Schulen selbst entscheiden sollten, liege auf der Hand. „Die Medienausstattung muss von den Schulen individuell ausgewählt werden“, machte Schrempf deutlich. Oberstufen bräuchten dabei keine einfachen Tablets, sondern eher Computer zum Programmieren.

Der Großteil des Geldes fließe in die weiterführenden Schulen, sagte Walter Zeyhle von der Freien Wählervereinigung. Die Frage laute daher auch, ob sich die Nachbarkommunen, aus denen viele Schüler nach Besigheim kommen, an dem Betrag beteiligen. Weil die Schulen gefordert hatten, endlich mit der Verbesserung der Medienausstattung anzufangen, sei es ihr Wunsch gewesen, zu einer „schnellen Lösung zu kommen“, erklärte Bürgermeister Steffen Bühler. Er werde gerne einen Brief an die Kommunen schreiben, zeigte sich aber wenig optimistisch, viel Erfolg zu erzielen. Der Beitrag sei zwar wünschenswert, aber „bei dem Thema wollten wir das nicht“.

Für das schnelle Vorgehen und das Leasingmodell sprach sich auch Miriam Staudacher vom BMU aus, die Medienbildung als zentrale Schlüsselqualifikation bezeichnete. Dass die Grundschulen nicht mit im Boot sind, bemängelte Achim Schober von der CDU-Fraktion. Jetzt nicht kleinkariert zu denken, forderte Adolf Eisenmann von den Freien Wählern. „Es ist wichtig, die Dinge zum Laufen zu bringen“, so der Rat.

25 Euro pro Schüler

Grundsätzlich einmal mit den Nachbarkommunen über die finanziellen Beteiligungen zu sprechen, war der Vorschlag von Gemeinderatsmitglied Ulrich Ger­stetter, der dem Beschlussvorschlag aber doch zustimmen wollte. Danach erhält jede Schule zusätzlich zu den bisherigen Haushaltsmitteln 25 Euro pro Schüler jährlich, der für Ausstattung, Aufbau und Pflege der Medienausstattung gedacht ist. Sobald das Land einen Verteilungsschlüssel festgelegt hat, wird der Zuschuss an die Besigheimer Schulen weitergeleitet.­

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