Besigheim Sportfest für die Jüngsten

Susanne Yvette Walter 09.07.2018

Die Sportvereinigung (Spvgg) Besigheim bringt optimale Voraussetzungen mit, um ein Gaukinderturnfest auszurichten: zwei Hallen, ein tolles Freigelände für Leichtathletik und vereinzelte Turndisziplinen und jede Menge Schatten unter großen Bäumen. Und die Spvgg hat genug Helfer, um so ein großes Sportfest zu organisieren, bei dem mehr als 1500 Kinder und Jugendliche auf rund 320 Wettkampfrichter treffen.

„Dabei stehen die Wettkämpfe nicht im Vordergrund“, erklärt Uwe Schober, der Kopf des Besigheimer Vereins. „Vor allem am Samstag, wenn um 15 Uhr die ersten sportlichen Begegnungen unter den Sportminis und den Sportmaxis stattfinden, soll es lustig zugehen, um die Kinder spielerisch auf ein späteres sportliches Wettkampfleben vorzubereiten“, sagte er im Gespräch mit der BZ.

Bei den Turnminis, den Kindern von drei bis sechs werden keine Zeiten gemessen. Die Turnmaxis, die Kinder ab sechs Jahre bis sieben, sollten verschiedene Bälle aus verschiedenen Entfernungen durch Tore jagen. „Geschicklichkeit ist gefragt“, so Uwe Schober weiter.

Im Mittelpunkt stand diesmal der Ball. „Bei den Kleinen am Samstag ging es noch darum, dass sie den Ball besser kennenlernen und ein Grundgefühl dafür entwickeln“, erklärt Katrin Seyffang, die zusammen mit Jenny Adami einen kleinen Wettbewerb für die Turnmaxis auf die Beine gestellt hatte. Allein die Tunrminis und die Turnmaxis sind zusammen rund 180 Kinder. „Das sind stolze Anmeldezahlen“, freut sich Uwe Schober mit Seitenblick auf Stuttgart, wo vor kurzem ein Gaukinderturnfest mit deutlich weniger Kindern stattgefunden habe.

In Besigheim sieht das ganz anders aus. Unter den Bäumen sind alle Schattenplätze schnell belegt und tapeziert mit Picknick-Decken. „Die Besigheimer, die haben einfach die Grundausrüstung an Geräten dafür. Nicht jeder Sportverein ist so gut ausgerüstet“, sagen Mütter wie Jolanda Müller, die vier Töchter hat und schon einige Gaukinderturnfeste hier erlebt hat.

Die Zeiten, als es in Besigheim zwei Gaukinderturnfeste hintereinander mit einem Wochenende Abstand gab, sind zwar vorbei. Heute kommen keine 3500 Kinder mehr, sondern nur noch 1500, aber das sind deutlich mehr als auf vielen anderen sportlichen Begegnungen dieser Art. „Diesmal nehmen allein 200 Besigheimer Kinder teil. Das sind mehr als beim 125-jährigen Jubiläum unseres Vereins. Damals gehörte das Gaukinderturnfest zum Rahmen“,  betont Uwe Schober.

Zur Flexibilität der Besigheimer Organisatoren gehört diesmal auch, Schienen für Stühle zu suchen und zu finden, denn wer seinen Stuhl in den Rasen stellt, der versinkt. „Der Verein lebt von solchen Veranstaltungen“, erläutert Schober, der es auch irgendwie mag, dass man immer spontan reagieren muss, damit alles klappt.

Die Mischung aus Spiel, Spaß und Wettkampf zieht sich durch das ganze Gaukinderturnfest. Am Samstagabend traf sich die Tuju, die Turnerjugend, zum gemeinsamen Zelten auf dem Sportgelände und begegnete sich sportlich in einem eigenen Wettkampfsystem. Am Sonntag dann stellten sich über 1000 Kinder ab sieben bis 13 Jahren den Wettkämpfen in den Hallen und auf dem Platz. Bockspringen, Kastenspringen und Bodenturnen fanden draußen statt. Die Geräte dafür bauten die Helfer schon in Herrgottsfrühe auf. Für alle, die noch zu jung sind, sich hier im Wettkampf zu begegnen, gab es Spiel- und Bastelangebote satt.

Seit 1953 gibt es Gaukinderturnfeste als klassische Kinder- und Jugendveranstaltung im Breitensport, sagt der Vorsitzende, was bedeutet, dass sich viele Mamas, die in der Wiese im Schatten sitzen, noch gut an Gaukinderturnfeste in ihrer Kindheit erinnern können. Stefanie Schönwiese zum Beispiel hat vier Kinder von sechs bis 15 Jahren. „Unsere Kinder werden in einer guten Gemeinschaft groß“, macht sie deutlich. „Da geht es nicht nur darum, Leistungsträger zu züchten.“ Und Claudia Füllhorn, die aus Mühlhausen an der Enz stammt, erklärt, dass Sport in ihrer Familie eine wichtige Bedeutung zukommt und das Fest hier für Kinder, die im Breitensport aktiv sind, eine schöne Möglichkeit sei, anderen zu begegnen.

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