Mundelsheim / Susanne Yvette Walter  Uhr

Der Frühlingsmarkt am Pfingstmontag ist in Mundelsheim so fest im Jahreskalender verankert wie Weihnachten und Ostern. „Die Atmosphäre macht den Markt“, sagt Angela Berger aus Besigheim. Viele schätzen das Angebot, das der Krämermarkt bietet. Hier gibt es Dinge für den täglichen Bedarf, die man selbst begutachten kann. „Ich treffe hier Leute, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe“, erzählt Conny Stütz aus Besigheim.

 Auch die Ständebetreiber schätzen den Markt sehr. Bewerber aus dem ganzen Bundesgebiet freuen sich offensichtlich über die Möglichkeit, hier ihre Waren anbieten zu können. Rund 50 Ständebetreiber bauen am Pfingstmontag schon in den frühen Morgenstunden ihren Stand auf. Händler, die schon Jahrzehnte hierher kommen, treffen auf Neulinge. Jedes Jahr zeigt der Pfingstmarkt ein neues Gesicht im vertrauten Umfeld.  Die Stände werden schon früh am Morgen in der Hindenburgstraße zwischen Großbottwarer Tor und Rathaus aufgebaut. Der Verkauf startet um 8 Uhr. Viele örtliche Geschäfte öffnen ebenfalls und die Gastronomen im Ort lassen sich für diesen besonderen Tag in Mundelsheim ebenfalls so manches Schmankerl einfallen, das den Mundelsheimer Festtag bereichert.

Ein Höhepunkt ist sicher die von den Mundelsheimer Selbstständigen und Gewerbetreibenden gestaltete Handwerkerstraße in Verlängerung des Marktes in der Lange und Hessigheimer Straße. Hier wird über die Leistungen von Handwerk und Handel umfassend informiert und es zeigen sich neue Trends.  Auf der Bühne der Selbstständigen zeigen Kinder, Jugendliche und Erwachsene „Tanz(t)räumchen by Sonja“ mit Hip Hop und Zumba.

Beim Mundelsheimer Pfingstmarkt greifen alle Zahnräder im Ort ineinander. Dazu gehören die Kirche mit einem Gottesdienst im Freien auf dem Platz vor dem Bürgerhaus. Pfarrerin Dorothea Gabler aus Benningen gestaltet ihn und die Musikkapelle sowie der Posaunenchor Mundelsheim übernehmen die musikalische Gestaltung. Der Geschichtsverein ist ebenfalls mit im Boot und öffnet die Tore der historischen Stiftsscheuer in der Marktstraße als Besonderheit. Zu sehen sind die Weinbauausstellung samt Küferwerkstatt, die Wagnerwerkstatt und die Spielzeugausstellung mit einer Puppenstube aus dem Jahr 1912. Kein Pfingstmarkt ohne Musik: Die Musikkapelle Mundelsheim, ihre Jugendkapelle und Bigband sowie der Musikverein Schwieberdingen spielen auf und unterhalten die Gäste.

Und doch ist der Pfingstmarkt auch Rahmengeber für einmalige Ereignisse wie in diesem Jahr die Einweihung der neuen Boulebahn durch Bürgermeister Boris Seitz im Hermannschen Garten. „Wir haben schon vor zehn Jahren versucht, den Herrmannschen Garten optisch attraktiver zu machen, so dass er mehr von den Bürgern angenommen wird“, erzählt Regine Stökle, die Vorsitzende der Bürgerstiftung Mundelsheim.

Weil das bisher noch nicht in dem Maß gelungen ist, setzte die Bürgerstiftung die Idee um, nach französischem Vorbild eine Boule-Bahn aufzubauen. Diese wurde beim Pfingstmarkt festlich ihrer Bestimmung übergeben, verbunden mit der Hoffnung, dass das verwaiste Dasein des Gartens nun ein Ende hat. Eine Delegation aus der französischen Partnerstadt La Motte-Servolex kam eigens wegen der Eröffnung der Boule-Bahn nach Mundelsheim, da das Boule-Spiel ja eine ganz französische Sportart ist. Bei der BouleBahn gibt es auch vier Bänke, so dass einem geselligen Treffen nichts mehr im Wege steht. Als die Boule-Bahn mit festem Belag gebaut wurde, hat man auch gleich die in die Jahre gekommene Pergola aus Holz saniert, die vom Efeu überwuchert gewesen war. „Nun sieht das alles so richtig französisch aus mit Schilfmatten. Das hat der Bauhof echt gut gemacht“, freut sich Regine Stökle von der Bürgerstiftung.