Hessigheim Schwieriger Boden unterm Sportplatz

Aufgrund eines instabilen Untergrunds ist der Fussballplatz des TASV Hessigheim sanierungsbedürftig.
Aufgrund eines instabilen Untergrunds ist der Fussballplatz des TASV Hessigheim sanierungsbedürftig. © Foto: Martin Kalb
Hessigheim / Von Uwe Deecke 14.02.2018

Der alte Sportplatz des TASV Hessigheim 1901 ist ein Unikum. Das Spielfeld senkt sich auf halber Länge 40 Zentimeter zum Neckar hin, auch punktuelle Einbrüche des Erdreichs gab es schon mehrfach. Nun soll der Platz neu aufgebaut werden, um wieder dauerhaft bespielbar zu werden.

Wie berichtet, leidet der alte Sportplatz an großen Problemen mit dem Gipskeuper-Untergrund. „Es sind Probebohrungen gemacht worden von zwei Firmen“, erklärt TASV-Vorstand Karl Eisele gegenüber der BZ. Laut Experten befänden sich die Probleme in 30 Metern Tiefe. Dort gebe es Hohlräume, die im Lauf der Zeit den Boden oben absinken lassen. Auch einzelne punktuelle Löcher gab es bereits, die sich am Boden auftaten, auch schon während des Spiels.

Während der Partie gegen Höpfigheim habe es auf einmal ein 1,50 Meter tiefes Loch gegeben, das sich auf dem Spielfeld auftat, erinnert sich der Vorstand. „Der Schiri wollte weiterspielen lassen“, so Eisele, doch er habe damals auf Abbruch gedrängt, weil es einfach zu gefährlich wurde. Nach fast 40 Jahren Spielbetrieb ist der Sportplatz nun am Ende, während der Verein sportlich erfolgreich ist. Der zweite Platz des TASV, der direkt daneben liegt und nie Probleme hatte, macht es möglich.

Clevere Idee

Eine schwäbisch-clevere Idee soll nun bei der Finanzierung eines neuen Platzes helfen, der rund 400 000 Euro kosten wird. Der Verein bietet fiktive Parzellen zum Kauf, wofür die Spender auf einer großen Werbetafel verewigt werden. Die Spende ist dabei steuerlich absetzbar. Privatpersonen können ihren fiktiven Anteil am Sportplatz für zehn Euro erwerben, Gewerbetreibenden können für 250 Euro vier Parzellen zu kaufen. 

Für die Gemeinde als Eigentümer des Sportplatzes ist die hohe Summe ein dicker Brocken, und sie will den TASV an den Kosten beteiligen. Zuschüsse in Höhe von 80 000 Euro könnten vom Württembergischen Landessportbund kommen, allerdings nicht sofort. Daher handelte man einen Kompromiss aus: Die Gemeinde übernimmt drei Viertel der nach Abzug des WLSB-Zuschusses verbleibenden Kosten, für das restliche Viertel kommt der Verein auf. Weil der Zuschuss erst in drei bis fünf Jahren fließen wird, entschied sich der Gemeinderat, die Vorfinanzierung zu leisten.

Mit dem Geld soll der Platz neu aufgebaut und die Drainage erneuert werden, auch ein neues Flutlicht ist geplant. Von Experten kam der Vorschlag, unter dem Platz ein Geogitter zu verlegen, wie es im Straßenbau verwendet wird. Doch damit käme der Platz 50 000 Euro teurer, erklärt Eisele. Und es sei der Gemeinde zu unsicher, denn es wäre bei einer möglichen weiteren Sanierung hinderlich.

Schon die ersten Sponsoren

Obwohl die Aktion erst einige Tage läuft, sind bereits einige Sponsoren gefunden, vor allem Private. Der Verein hatte auch rund 250 Firmen aus der Umgebung angeschrieben, und vor allem aus der direkten Nachbarschaft gab es bereits Resonanz. Mit dem Finanzamt habe man nach zähen Verhandlungen eine Einigung erzielt. „Es wird bei uns als Spende behandelt“, so der Vorstand, sodass jeder Käufer eine Spendenquittung erhalten könne.

Aktuell hat der Verein bereits in Eigenleistung Vorabeiten geleistet. Nächste Woche fangen die Baumaßnahmen an und die Grasnabe kommt runter, auch ein Spatenstich ist dann geplant. Auf acht bis zehn Wochen schätzt Eisele die Bauzeit, dann könnte eingesät werden. Fertig werden soll der Platz mit der neuen Spendertafel am Rand, die auch auf der Homepage erscheint, dann zur neuen Saison. Wo die Tafel am Ende stehen wird, ist noch nicht ganz klar. Aber wohl eher nicht auf der Neckarseite.