Sie liegt strategisch günstig, die Besigheimer Straßenmeisterei. Im Industriegebiet am Autobahnzubringer ist das große Gelände mit den Fahrzeughallen und dem Schuppen, in dem schon 1000 Tonnen Steinsalz lagern. Daneben steht der große Soletank, in dem Wasser und Salz eine flüssige und effektive Mischung ergeben. Beides lädt der neue Unimog U530, wenn es glatt zu werden droht, ab morgens um drei ist er dann im Einsatz.

„Die Wetterübersicht kommt einen Tag vorher vom Deutschen Wetterdienst“, macht Leiter Sven Peterseim deutlich, alle drei Stunden gebe es dann ein Update. Übermittelt werden nicht nur Temperaturvorhersagen, sondern auch Niederschläge, Windstärke und Temperatur des Fahrbahnbelags. Danach entscheidet sich, ob und wie die Straßen befahren werden. Zuständig ist die Straßenmeisterei für alle Bundes-, Land- und Kreisstraßen zwischen Freudental und Prevorst sowie Bönnigheim und Bietigheim-Bissingen im Süden. Auf 250 Streckenkilometer schätzt Peterseim sein Gebiet.

Der Leiter der Straßenmeisterei kommt ursprünglich aus Brandenburg und ist seit eineinhalb Jahren in der Region. Sein Team besteht aus rund 20 Mitarbeitern, die das ganze Jahr im Einsatz sind. Die 1000 Tonnen Steinsalz sollten reichen, ist er überzeugt, vergangenen Winter kam man auf einen Verbrauch von 600 Tonnen. „Letztes Jahr war ein schwieriger Winter“, blickt der 33-Jährige zurück. Es habe zwar nicht besonders viel geschneit, aber es sei glatt gewesen, was die Gefahren unvorhersehbar machten. „Ich hab den Winter lieber weiß, da wissen die Autofahrer, was sie machen müssen“, so der Experte.

Mit mindestens vier Fahrzeugen ist die Straßenmeisterei unterwegs, wenn die Minusgrade kommen, maximal sind es sieben. Dann werden zunächst die wichtigen Hauptstrecken geräumt. Bei Brücken und Tunneln zieht es schnell an, dass dort schon vorher mit Sole vorgesorgt wird, die auf der Straße bleibt. Das Steinsalz kann von einem starken Wind auch weggeweht werden, sodass an solchen Stellen vermehrt Sole eingesetzt wird. Im Normalfall ist das „FS 30“ im Einsatz, ein Gemisch aus 30 Prozent Sole und 70 Prozent Steinsalz.

Auch über das Jahr spüre man hier den wachsenden Verkehr. Der Verkehrsdruck habe zugenommen, berichtet Peterseim, wenn die Autobahn zu sei, dann gehe auch in der nördlichen Region nichts mehr. „Die Zündschnur ist kürzer geworden, die Akzeptanz ist sehr gering“, sagt er über Autofahrer, die auf dem Handy die Straßenmeisterei anrufen, weil sie fünf Minuten an der Ampel stehen oder warten müssen, wenn an der Straße gearbeitet oder gereinigt wird. Nach starkem Regen müssen die Straßengräben wieder hergestellt werden, auch zu Unfällen kommt die Straßenmeisterei, wenn sie zu Reinigungsarbeiten angefordert wird.

Anrufe bekommt das Ottmarsheimer Büro einige. Bürger melden ein Schlagloch oder klappernde Schachtdeckel, aber auch bei Stau wird angerufen. Dann kümmert sich die Straßenmeisterei in der Regel darum, wenn sie diese Dinge beheben kann. „Wir sind ja bürgernah“, sagt der Leiter, der zuvor in Vaihingen gearbeitet hat. Drei mal die Woche ist auch seine Streckenkontrolle unterwegs, die die Straßen im nördlichen Landkreis abfährt. Sie kümmert sich um Verkehrsschilder, Ampeln, repariert auch kleinere Schlaglöcher und beseitigt Äste, die auf die Fahrbahn hängen. Wenn alles ordentlich ist, gebe es auch positive Rückmeldungen aus der Bürgerschaft, so der Straßenmeister. Wenn jetzt bald der Winter kommt, wünscht er sich einen, der den Namen auch verdient. „Ich würde mich über Schnee freuen, das wäre mal schön“.