An einigen Tagen sind wir am Limit“, sagt Andreas Bühner, stellvertretender Schulleiter des Christoph-Schrempf-Gymnasiums Besigheim zur Raumauslastung. Durch die Oberstufenreform erhöhe sich die Zahl der Wochenstunden in den Haupt- und Kernfächern auf fünf. Probleme bekomme man durch die ungeraden Zahlen, die die Raumplanung dann schwieriger machten.

82 Fünftklässler starten in diesem Herbst, zwei weniger als 2018. Insgesamt gibt es 646 Schüler an der Schule mit rund 70 Lehrern. „Wir sind gut versorgt“, erklärt der Konrektor und er hofft, dass die vom Land angestrebte Lehrerreserve von 2000 Stellen auch Wirklichkeit wird. Dreizügig wird man starten, und es ist klar, dass es hier bei dem Pensum nicht jeder schafft.

In der zehnten Klasse sind  noch 78 von ehemals 105 Schülern dabei. „Eltern wollen für ihre Kinder das Beste“, ist sich Bühner bewusst, doch er weiß aus Erfahrung, dass ein Teil früher oder später trotzdem auf die Realschule oder Gemeinschaftsschule wechseln müssen.

„Gewaltiger Sanierungsstau“

Bei den Räumlichkeiten des Gymnasiums gibt es Handlungsbedarf. „Es gibt einen gewaltigen Sanierungsstau“, erklärt der Konrektor. Die Stadt habe sich schon darum gekümmert, doch schnelle Lösungen seien nicht in Sicht. Sanierungsbedarf bestehe vor allem bei den alten Fachräumen für Chemie, Physik und Biologie, doch Bühner ist sich klar darüber, dass dies bei den anstehenden Aufgaben der Stadt noch einige Jahre dauern wird.

Die dringendsten Aufgaben gibt es in der Friedrich-Schelling-Schule, wo Grundschule und Gemeinschaftsschule zusammen betrieben werden. Der Mittelbau ist marode und muss erneuert werden, was zuletzt im Gemeinderat für Diskussionen sorgte (die BZ berichtete). Der Abriss wird als beste Option bewertet, was einen Ersatzbau notwendig macht. Diesen hätte die Schulleitung am liebsten auf dem Gelände, wie bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats betont wurde. „Wir haben 66 Anmeldungen für Klasse 5“, sagt Konrektor Jürgen Ruf, das bedeute Dreizügigkeit in der fünften Klasse. 702 Schüler besuchen dann insgesamt die Grundschule und die Gemeinschaftsschule, mit 64 Lehrern ist der Bedarf gedeckt. Der vordringliche Sanierungsbedarf besteht im Bereich der Grundschule, für die der marode Mittelbau genutzt wird.

Was die Räume angeht, sieht es in der Maximilian-Lutz-Realschule besser aus. „Wir haben momentan kein Raumproblem“, macht Schulleiter Christoph Hofer deutlich. Durch den Brand vor einingen Jahren sind neue Technikräume entstanden, die den  Schülern nun zur Verfügung stehen. 585 sind es insgesamt, 85 starten hier zum Schulbeginn, was drei Züge bedeutet. Die Lehrerstellen seien alle besetzt, doch viel darf nicht passieren. „Die Reserven sind null“, so Hofer, „der Lehrermarkt ist leer“. Sein Kollegium nimmt auch Anfahrten aus Ludwigsburg, Oberstenfeld oder Brackenheim in Kauf, um hier täglich zu unterrichten. Zwar sind die Räume da, aber es gebe auch dringenden Sanierungsbedarf, für den es mittelfristige bereits Pläne gebe.

Wie es mit der Gemeinschaftsschule weitergeht, soll in einer öffentlichen Klausursitzung am 10. Oktober im Rathaus diskutiert werden. „Wir rechnen mit 10 bis 13 Millionen Euro“, erklärt Kämmerer Klaus Schrempf, der den Antrag auf Fördermittel gerne noch dieses Jahr gestellt hätte. Die Stadt kann dabei auf eine hohe Förderung des Landes hoffen, was auch am hohen Anteil auswärtiger Schüler liegt. „Im Durchschnitt bei 60 Prozent“, beziffert Klaus Schrempf den Anteil, der nicht aus Besigheim kommt.

Es gebe den Gemeinderatsbeschluss nicht mehr zu erweitern sondern nur noch zu sanieren, macht er die Position der Stadt deutlich. Man habe bereits einen Planungsentwurf, wie die Sanierung gestaltet werden könnte, so Schrempf. Nun sollen mittels einer öffentlichen Diskussion die Meinungen eingeholt werden und anschließend die entsprechenden Weichen für die so dringend erforderliche Sanierung gestellt werden.