Frank Pfersich, der Vorsitzende und seine Frau Andrea Pfersich haben vor 22 Jahren den Tanzsportclub Besigheim gegründet und tanzten vor 19 Jahren ihr erstes Turnier im Standardtanz. In Tanzschuhen sind sie weitergegangen bis heute. Inzwischen haben die beiden auch ihre Liebe zum lateinamerikanischen Tanz auf festen Boden gestellt und tanzen auch hier seit zwei Jahren mit viel Erfolg bei internationalen Turnieren mit.

Andrea Pfersich war 13 Jahre alt, als sie zusammen mit ihrer Klasse einen Tanzkurs in Ludwigsburg machte. Frank Pfersich war im gleichen Alter. Der gebürtige Besigheimer lernte tanzen im Kameradschaftshaus, wo die Tanzschule Bopp aus Heilbronn damals noch eine Außenstelle unterhielt. Heute sind die beiden 54 und 52 Jahre alt und tanzen nicht wie der sprichwörtliche „Lumpen am Stecken“, sondern viel, viel besser. Ihr Sohn Julian ist ebenfalls vom Virus gepackt und macht mit 22 Jahren schon den Tanzlehrer für Kinder und Jugendliche im Tanzsportclub Besigheim.

Auf Tanzfläche kennengelernt

Kennengelernt hat sich das Paar auf der Tanzfläche, wo auch sonst? „In der Diskothek Palazzo in Freiberg da gab es damals noch eine Ecke, wo nur Disco-Fox getanzt wurde“, erinnert sich Frank Pfersich noch genau. Angedockt haben beide 1993 an einen Tanzkreis in Pleidelsheim, der sich einmal wöchentlich traf. „Das lief rein hobbymäßig ab und das war uns zu wenig“, bringt es Frank Pfersich auf den Punkt und so beschlossen die beiden, befeuert von außen, einen eigenen Tanzsportclub in Besigheim ins Leben zu rufen. Das war 1997.

Das steilste Stück ihrer Wegstrecke kam, als die beiden beschlossen sich in Richtung Turniertanz zu verändern. „Das war ein großer Schritt. Das fing schon bei der Technik an, die im Hobbybereich natürlich nicht so ausgeprägt ist“, erinnert sich Frank Pfersich. Der Erfolg gab dem Paar bald recht und noch immer ist es beseelt vom gemeinsamen Tanz. „Wenn wir in die Halle gehen, vergessen wir alles andere. Da verblassen nicht nur alle Sorgen. Sogar gegen Schmerzen ist tanzen gut“, erklärt Andrea Pfersich und erinnert sich an einen Alptraum, als sie von starken Rückenschmerzen gequält wurde.“ Sobald ich auf der Tanzfläche war, spürte ich davon nichts mehr. Die Zeit auf dem Parkett, das ist immer eine Zeit, die uns sehr wertvoll ist“, sagt Andrea Pfersich und beschreibt ihr Leben als Turniertänzerin. „Wir haben tolle Menschen über unseren Sport kennengelernt, alles Tänzer, quer in ganz Deutschland verteilt“, erzählt sie.

In der S-Klasse angekommen

Längst sind die beiden in der S-Klasse angekommen und das ist beim Tanzen nicht anders als bei einer schwäbischen Automarke: Über die S-Klasse geht nichts mehr drüber. Sackgasse für die Pfersichs? Nein, weit gefehlt. Sie klettern die Altersstufen weiter hinauf im Turniertanz und gehen jetzt zusätzlich im lateinamerikanischen Tanz auf Meisterschaften.

„Der Großteil der Turnierpaare sind Senioren“. Wir sind heute Senioren II. Das ist die Altersspanne ab 40 Jahre. Demnächst wechseln wir zu Senioren III zwischen 55 und 50 Jahren“, erzählt Frank Pfersich.

Erst kürzlich im August waren die beiden beim German Open in Stuttgart dabei. „Das ging eine Woche lang. Da waren in der Altersklasse III rund 230 Seniorenpaare dabei. Sie stellten das größte Starterfeld. Es ist auf der anderen Seite auch traurig, dass die Hauptgruppenpaare, das sind die jüngeren, immer weniger werden“, lässt er wissen.

Der Nachwuchs, Kinder und Jugendliche haben am Tanzsport nicht mehr das gleich Interesse wie früher. Dafür starten die Senioren durch. „Wer kleine Kinder hat, tut sich schwer im Turniertanz aktiv zu sein. Deshalb sind die meisten, so wie wir auch, erst, wenn die Kinder aus dem Gröbsten draußen sind, in den Turnierbereich eingestiegen“, weiß Andrea Pfersich aus eigener Erfahrung. Seit vier Jahren tanzen die beiden in der S-Klasse. „Das ist so in etwa vergleichbar mit der Bundesliga. Wer in der S-Klasse tanzt, darf an internationalen Turnieren teilnehmen. Und deshalb tanzten die Pfersichs schon in halb Europa, in Wien oder in Blackpool. „Wir haben vor zu tanzen, solange wir laufen können“, betont Frank Pfersich und ergänzt: „Tanzen ist das beste Gehirn-Jogging.“

Sekt ist „Tänzerbrause“

Ihm und seiner Frau gefällt es, den Paaren, die schon auf die 70 zugehen und darüber hinaus beim Tanzen zuzusehen. „ich finde das toll, wie sauber sie ihre Choreografie ausarbeiten. Gerade bei Turnieren sieht man, dass Tanzen noch bis ins hohe Alter möglich ist“, macht Frank Pfersich deutlich und erzählt von einem Pilotprojekt, das es erst seit diesem Jahr gibt:

Der Deutsche Tanzsportverband hat eine neue Altersklasse ausgerufen, ab 70/ 75 Jahre mit open end. Wie gut, dass es Tänzerbrause gibt, so wird in Insiderkreisen der Sekt genannt, denn er zaubert so manchem Tänzer das sanfte Rot auf die Wangen.

Auch im Tanzkreis, wo kein Turniertanz angestrebt wird, sind viele Paare zwischen 40 und 60 Jahre alt. „Man muss nicht tanzen können, um hier mitzumachen. Willkommen ist jeder, der sich für das Tanzen begeistert“, weiß Frank Pfersich. Nur eine Bedingung gibt es, um dabei zu sein. Jeder sollte seinen Tanzpartner mitbringen. Sonst wird das Ganze zu kompliziert“, erklärt Pfersich.