Es ist seit Jahren der Höhepunkt der Saison: Am Donnerstag,  20. Februar, am „schmotzigen Donnerstag“, werden die Schalksteinnarren wieder dem Besigheimer Rathaus zu Leibe rücken. Der Rathaussturm der Narrengruppe, die aus Schalksteinnarren und Wurmberghexen besteht, folgt einem festen Ablauf, der im Detail jedoch variiert. Vom Kelterplatz aus ziehen die Narren, unterstützt von lautstarker Guggenmusik, hoch zum Marktplatz. In diesem Jahr sollen Bürgermeister Steffen Bühler und seine Rathausmannschaft mit einem Geschenk nach unten auf den Platz gelockt werden, berichtet Gisela Baier von der Narrengruppe. Dann muss der Schultes sein Geschick bei Spielen beweisen. Und auch seine Strafe steht schon fest: Er muss ein Gedicht schreiben.

Zum Ablauf gehört auch die Narrentaufe, die Aufnahme neuer Mitglieder in den Kreis. In diesem Jahr wird lediglich ein dreijähriges Kind „getauft“, berichtet Baier, doch sieben weitere Männer und Frauen streben im nächsten Jahr die Aufnahme an. Sie müssen ein Jahr lang ohne Maske bei den Aktivitäten des Vereins mitmachen, bevor sie ein vollwertiges Mitglied werden können.

Das hat einen einfachen Grund: Maske und Häs sind nicht eben billig, berichtet Baier. Für die Maske und das Narrenkostüm der Weinberghexen mit Hemd, dem mit Stickereien verzierten Rock, Schürze, Beutel, Hexenhose, Strohschuhen, Stulpen und Socken werden zwischen 600 und 650 Euro fällig. Mit 500 Euro fällt das Narrenkostüm der Schalksteinnarren, die einen verzierten Anzug mit Leinen und Stickereien tragen, etwas günstiger aus. Diese Investition will gut überlegt sein.

Angesichts der Anwärter ist Baier mit der Mitgliederentwicklung zufrieden. Nach einer  schwierigen Phase, in der die Zahl der Mitglieder stagnierte, nehmen jetzt rund 35 der 40 Mitglieder aktiv am Fasnetsgeschehen teil. Auch für das übernächste Jahr sind bereits wieder zwei Narrentaufen angesetzt.

Doch was macht es aus Sicht der Schalksteinnaren so reizvoll, in einer Region mit vergleichsweise geringem Bezug zur Fasnet eine Narrengruppe auf die Beine zu stellen? „Es macht einfach Spaß, mit dem Häs durch die Gegend zu laufen“, sagt Gisela Baier. Im Januar waren die Schalksteinnarren bereits bei Vereinen in Stuttgart-Hofen, Neuhausen, Obertürkheim, Wolfschlugen und Gerlingen. An diesem Wochenende werden sie an den Umzügen in Lorch (Samstag) und Ehningen (Sonntag) teilnehmen. Allein am Faschingswochenende stehen fünf weitere Veranstaltungen auf dem Programm. Und nach der Saison wollen die Schalksteinnarren auch wieder zur „Burefasnet“ in die Schweiz fahren. „Wir lernen viele andere Zünfte kennen, und es entwickeln sich Freundschaften“, sagt Baier.

Seit 2001 sind die Narren aktiv


Im Januar 2001 sind die Schalksteinnarren zum ersten Mal mit Häs und Maske auf die Straße gegangen. Ein Jahr später stieß die Figur der Wurmberghexe hinzu, 2004 wurde der Verein offiziell eingetragen. Schalkstein und Wurmberg sind Weinberglagen auf Besigheimer Markung. Von ihnen leiten sich die Namen ab. Der Schalknarr ist eine Figur, die beim Besigheimer Winzerfest auf einem mächtigen Weinfass thront. Diese Bild wurde zum Vereinswappen der Schalksteinnarren. Beide Narrenkostüme sind deshalb mit Trauben und Gegenständen aus dem Weinbau bestickt. Die Farben sind in weinrot und traubenblau gehalten. Zunftmeisterin ist Renate Geippel aus Ingersheim. sol