Walheim Schule gewinnt Spielzimmer

Die Schule am Baumbach in Walheim hat den Wettbewerb "Spielen macht Schule" gewonnen und konnte ein Spielzimmer einweihen.
Die Schule am Baumbach in Walheim hat den Wettbewerb "Spielen macht Schule" gewonnen und konnte ein Spielzimmer einweihen. © Foto: Schule am Baumbach
Besigheim / Carolin Domke 10.01.2019

Dank eines originellen und gut durchdachten Konzepts, hat die Schule am Baumbach in Walheim eine komplette Spielwarenausstattung gewonnen und konnte nun mit den erhaltenen Spielsachen ein ganzes Zimmer einrichten. Sie hatte an der bundesweiten Initiative „Spielen macht Schule“ vom Verein „Mehr Zeit für Kinder“ und dem ZNL Transferzentrum für Neurowissenschaften teilgenommen.

Als der Flyer „Spielen macht Schule“ die Schule am Baumbach erreichte, kümmerte sich Lehrerin Stefanie Röhrich gleich um ein passendes Konzept. Als Unterstützung mit dabei war auch die Spiele AG, so die Schulleiterin Katja Wöhrwag. Die Aufgabe: Wann Spiele im Alltag eingesetzt werden können. Dabei ging es hauptsächlich darum, wann die Spiele über den Schultag verteilt sinnvoll zum Einsatz kommen. „Zum Beispiel bei der Ankunftszeit von 7.45 bis 8 Uhr oder in der Mittagspause. Für die Grundschulförderklassen wurden freie Spielzeiten eingeführt, wo Rollenspiele wie mit Playmobil gespielt werden konnten“, erklärt Wöhrwag das Konzept, das die Jury überzeugte.

Unbewusstes Lernen

Die Initiative gibt es bereits seit dem Jahr 2007, „um Schülern das Lernen zu erleichtern und klassische Spiele zu stärken“, heißt es auf der Website der Initiative. Unbewusst lernen die Kinder während des Spielens, festigen Erlerntes und erweitern zudem ihre Kompetenzen. „Spielen und Lernen sind keine Gegensätze! Darum sind gute Spiele eine wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebots. Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen, sie lernen beim Spiel“, so Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, ZNL Ulm.

In den vergangenen zwölf Jahren wurden mit dem Wettbewerb insgesamt 2207 Schulen mit Spielzimmern ausgestattet. In diesem Jahr zählt auch die Baumschule in Wahlheim zu den 201 Gewinnern aus allen 16 Bundesländern. Sie hatten bis Juni 2018 Zeit ihre Bewerbung einzureichen. Unterstützt wurde die Initiative zudem von den 16 Kultusministerien.

Die circa 100 Walheimer Schüler „haben sich sehr gefreut und probieren die Spiele aus“, ist auch die Schulleiterin begeistert. Eingeweiht wurde das Spielzimmer zusammen mit der Spiele AG. „Als Erstes wurde die Eisenbahn ausprobiert.“ In dem Spielzimmer befindet sich aber viel mehr als die eine Eisenbahn von Märklin. Die Kinder können sich nun mit verschiedenen Rollenspielen wie Playmobil, diversen Kartenspielen wie „Uno“ bis hin zu Brettspielen wie dem „verrückten Labyrinth“ oder der Kinderversion des Strategiespiels „Die Siedler“ widmen und zu den im Konzept geplanten Zeiten spielen. So werden beim Spielen je nach Kategorie Fähigkeiten wie Logik, Strategie, Sozialkompetenzen, Geschicklichkeit, Konzentration, Konstruieren oder auch Wissen gefördert. Zuerst wurden die Schüler unter Anleitung an die Spielsachen geführt, die Spiele AG konnte dann alles erproben „und dann konnten alle spielen, was sie wollen“, so Wöhrwag.

Der Gebrauch von klassischen Spielen sei pädagogisch sehr wertvoll und weitaus förderlicher als die „passive Erfahrungsvermittlung, wie sie durch das Fernsehen stattfindet, rechtfertigt die Initiative den Wettbewerb. Immer nur vor dem PC oder einer Konsole zu sitzen reiche nicht aus, um die kindliche Entwicklung voranzutreiben und zu unterstützen. Klassische Spiele fördern stattdessen die Kreativität und animieren die Kinder, sich zu bewegen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel