Ganz allein stand die SPD am Schluss. Nur ihre drei Stadträte Christian Herbst, Sibylle Reustle und Eva Herbst-Schetter stimmten für ihren Antrag, die Schranke bei der Friedrich-Schelling-Schule zu Schulzeiten von 7.30 bis 15.45 Uhr komplett zu schließen, alle übrigen Fraktionen waren dagegen. Damit bleibt es dabei: Vor und nach dem Unterricht und während der Pausen, insgesamt etwa fünf Stunden täglich, wird die Schranke geschlossen, plus zu bestimmten Zeiten während der Kernzeitbetreuung in den Ferienzeiten. Den Rest des Tages ist sie geöffnet und die Straße damit für den Autoverkehr freigegeben.

Alle Argumente, die Fraktionssprecher Christian Herbst vorbrachte, halfen am Ende nichts. Die Grundschule in Besigheim sei noch eine von zwei, bei denen eine Straße über den Schulhof führt. Die Schließung zu den Pausen entspreche nicht mehr dem Schulalltag, Schüler seien zu alle Zeiten auf de Schulhof. Die Schließung betreffe nur die Hälfte aller Tage eines Jahres. Lediglich sieben bis 14 Lkw, von Herbst selbst gezählt, passierten die Stelle am Vormittag. Sie müssten dann den engen Schulweg hinabfahren, das „Schafbergle“, wie es in Besigheim heißt.

Da half es auch wenig, dass der SPD-Antrag Unterstützung bekam von Schulleiterin Renate Opiolla. Sie befürwortete den Antrag, weil es außerhalb der Schließzeiten bereits mehrfach zu gefährlichen Situationen gekommen sei. Die Kinder wechselten die Straßenseite, auch wenn die Schranke offen sei, um in den Computerraum oder zu den Lesepaten zu gelangen. Zu einem Unfall ist es bisher nicht gekommen, die Polizei sieht deshalb keinen Handlungsbedarf, hat die Rückfrage der Stadt ergeben.

Sehr kritisch sahen der Bund der Selbstständigen und das Marketing Concept Besigheim den Antrag der SPD. Beide Organisationen sind mit Heinz Streicher (BdS) und Hansjörg Kollar (MCB) im Gemeinderat vertreten. Der Antrag habe „einige Unruhe ausgelöst“, sagte Kollar (BMU). Ihrer Ansicht nach wird die Andienung der Geschäfte in der Innenstadt durch die Schließung eingeschränkt. Der Lieferverkehr diene immerhin zu 70 bis 80 Prozent den Anwohnern, führte Kollar an. Für Lastwagen ist die Strecke über das Schafbergle mit dem engen Kurvenradius nur schwer zu befahren. Das enge und für Lkw-Fahrer nur schwer einsehbare Schafbergle selbst sei ebenfalls Schulweg und damit nicht weniger gefährlich als der Weg geradeaus. Er halte es für nützlicher, einen Zebrastreifen oder eine Fußgängerampel dort anzubringen.  Die Fahrer „sehen für Bruchteile von Sekunden nichts, wenn sie abbiegen“, unterstütze Heinz Streicher (CDU) die Argumente Kollars.

Ähnlich sah es auch Ulrich Gerstetter von der CDU. Ihm sei es wohler, mit dem eigenen Lieferwagen geradeaus zu fahren als nach rechts das enge Scharfbergle hinab. Dort befinde sich ein ungeregelter Schulweg. Und noch ein anderes Argument spielte eine Rolle: Bei einem Neubau auf dem Schulgelände, die BZ berichtete, wird voraussichtlich der ganze Schulhof umgestaltet. Dann gibt es möglicherweise auch eine Lösung für die Straße.