Sitzung Schritt um Schritt Erweiterung

Das Industriegebiet auf der Ottmarsheimer Höhe aus der Luft. Gerade im Vergleich mit dem Besigheimer Ortsteil Ottmarsheim (rechts im Bild) zeigt sich die Dimension des Gebietes, das 1973 gegründet wurde.
Das Industriegebiet auf der Ottmarsheimer Höhe aus der Luft. Gerade im Vergleich mit dem Besigheimer Ortsteil Ottmarsheim (rechts im Bild) zeigt sich die Dimension des Gebietes, das 1973 gegründet wurde. © Foto: Werner Kuhnle
Von Michael Soltys 17.04.2018

Wenn Firmen in der Vergangenheit bei Stefan Maier auf dem Rathaus in Besigheim angerufen haben, dann endete das Gespräch meistens mit einer Enttäuschung. Maier, Geschäftsführer des Industrie-Zweckverbandes auf der Ottmarsheimer Höhe, hat ihnen nichts zu bieten: vor allem keine Grundstücke zur Ansiedlung, nach denen die Nachfrage groß ist.

Zwei Hektar Industriegebiet

Das ist in diesem Jahr nicht anders. Rund zwei Hektar Fläche aus dem Industriegebiet können im Laufe des Jahres verkauft werden. So sieht es der Haushaltsplan vor, der an diesem Montag bei der Versammlung der Zweckverbands-Mitglieder in Ottmarsheim beschlossen wurde. Daraus geht hervor: Die gesamte Fläche geht an Firmen, die bereits im Verbandsgebiet ansässig sind. Rund 920 000 Euro will der Verband aus den Grundstücksverkäufen erzielen.

 Der Zweckverband, der mittlerweile seit 45 Jahren besteht, hat in den vergangenen Jahren die Taktik verfolgt, das Industriegebiet nach und nach zu erschließen und die Flächen sukzessive auf den Markt zu bringen. Im aktuellen Haushalt sind erneut Mittel eingestellt, um eine Erweiterung des Verbandsgebietes voranzutreiben. In diesem Jahr wird die Rudolf-Diesel-Straße erschlossen und der Ringschluss zur Ferdinand-Porsche-Straße hergestellt. Dafür muss der Verband voraussichtlich 1,25 Millionen Euro ausgeben. Der Verband will weitere Grundstücke kaufen und plant dafür einen Betrag von 350 000 Euro ein. Seine Linie behält der Verband auch nach 2019 bei: Dann erfolgt die weitere Erschließung des Gebietes in Richtung Osten auf Gemarkung Mundelsheim „nach Bedarf“, heißt es im Haushalt.

160 000 Euro Umlage zahlen

Die sechs Gemeinden des Zweckverbandes – Besigheim, Gemmrigheim, Hessigheim, Mundelsheim, Neckarwestheim und Walheim – werden 2018 wieder zur Kasse gebeten, um die Auslagen des Verbandes zahlen zu können. Sie müssen eine Umlage von insgesamt 160 000 Euro zahlen, die anteilig nach der Höhe der Beteiligung am Verband auf die Kommunen verteilt wird. Anders kann der Verwaltungshaushalt nicht gedeckt werden, geht aus dem Haushalt hervor. Zumindest bis 2021 werden die Mitgliedsgemeinden mit weiteren jährlichen Umlagen rechnen müssen.

Doch diese Summen sind angesichts der Einnahmen aus Grund- und Gewerbesteuern zu vernachlässigen. Seit der Gründung des Verbandes im Jahr 1973 sind unter dem Strich 76 Millionen Euro auf die Konten der kommunalen Kassen geflossen, geht aus dem Haushalt hervor: 71 Millionen Euro Gewerbesteuer und fünf Millionen Euro Grundsteuer. Allein 2016 nahmen die Kommunen 6,3 Millionen Euro an Gewerbesteuer ein, 2017 waren es etwa 2,9 Millionen Euro. Bereits seit Ende 1992 ist der Verband schuldenfrei, der etwa 3,3 Millionen Euro Kredit hatte aufnehmen müssen, um Grunderwerb und Erschließung zu bezahlen. Die Umlagen belaufen sich in der gesamten Zeit auf 2,1 Millionen Euro.

82 Firmen mit 2535 Mitarbeitern

Der Zweckverband Industriegebiet Besigheim wurde am 27. September 1973 gegründet, wird also in diesem Jahr 45 Jahre alt. Aus Sicht der Beteiligten hat sich die Konstruktion bewährt. Die Stadt Besigheim hält einen Anteil von 40 Prozent am Verband, Gemmrigheim 17 Prozent, Hessigheim 7 Prozent, Mundelsheim 17 Prozent, Neckarwestheim 7 Prozenz und Walheim 12 Prozent.

Die unmittelbare Nähe zur Autobahn trägt entscheidend zur Attraktivität bei. Der aktuelle Haushaltsplan zählt 82 Firmen im Industriegebiet auf, wovon einige Tochtergesellschaften ohne eigene Mitarbeiter sind. 2535 Männer und Frauen haben einen Arbeitsplatz auf der Ottmarsheimer Höhe. Grundsteuer und Gewerbesteuer werden von den beiden Markungsgemeinden Besigheim und Mundelsheim erhoben und anteilmäßig ausbezahlt. sol

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel