Vor fünf Jahren gab es erste Überlegungen zu einem solchen Weinerlebnispfad, der zunächst die Weinkanzel, die „Schönste Weinsicht“ und einen Pavillon am Fuß der Himmelsleiter verbinden soll. Es wäre deutschlandweit die erste Informationsplattform, die sich mit dem Steillagenweinbau an Ort und Stelle beschäftigt. Die Stadt wartete auf Landesfördermittel und bekam sie auch in Form von 50 000 Euro, die in das Projekt fließen. Erste Ideen dazu, wie die nächsten Schritte aussehen könnten, gab es bei einem Treffen unter anderem mit Weinerlebnisführern und der Felsengartenkellerei.

Nach der fertig gestellten Weinkanzel über der Enzmündung ist das Vorhaben nun bald ein Stück weiter. Das Dokumentationszentrum im Pavillon steht ganz am Anfang der Himmelsleiter mit ihren 411 Stufen, die hoch bis zur Weinkanzel und zur „Schönsten Weinsicht“ auf Walheimer Gemarkung  führen. Eine Tafel weist auf das Projekt am Pavillon hin, der auf einem stadteigenen Grundstück stehen und über wenige Stufen erreichbar sein wird. Dort werden an der rückwärtigen Trockenmauer die Info-Tafeln angebracht, die die Besucher über den Besigheimer Weinbau in den Steillagen informieren sollen. Der Boden wird mit Holzdielen ausgestattet, davor sind Metallplatten, deren Schlitze an die Weinbergstickel erinnern, die es auf den terrassierten Steillagen gibt. Der Pavillon soll sich nach der Planung von Architekt Klaus Eggler möglichst harmonisch in die Landschaft einfügen.

Förderung kein Zufall

Dass der Pavillon hier an dieser Stelle entsteht und auch noch gefördert wird, ist kein Zufall. Bürgermeister Steffen Bühler stellte das Projekt vor einiger Zeit dem baden-württembergischen Tourismusminister Stefan Wolf bei einem Besuch vor. 50 000 Euro stehen an Fördermittel bereit für den Erlebnispfad und den Pavillon, der unterm Strich rund 100 000 Euro kosten wird. Der Pfad bedeute ein Alleinstellungsmerkmal, das man nutzen und fördern sollte, findet der Rathauschef.

Gegenüber der ersten Planung hat sich aber doch manches geändert. „Es waren Plexiglasscheiben als Schallschutz und als Sichtbezug zur Altstadt geplant“, so Stadtbaumeister Andreas Janssen. Auf dem Plexiglas hätten auch weitere Infoelemente Platz gefunden, doch diese Platten seien von der Naturschutzbehörde aufgrund ihrer möglichen Blendwirkung nicht genehmigt worden. So bleibt es bei den leicht angerosteten Metallplatten und einer Metall-Dachkonstruktion, die aber nach oben offen bleiben wird.

„Wir wollen nach dem Winzerfest anfangen“, unterstreicht Janssen das Bauvorhaben, für das nun die Baugenehmigung vorliegt. Es müsse auch in diesem Jahr begonnen werden, um die Förderung nicht zu verlieren, die nur für dieses Haushaltsjahr gilt.

Transport wird schwierig

Schwierig werde es mit dem Transport der Materialien und der Maschinen, die durch die Bahnunterführung an den Bauplatz gebracht werden müssen. Große Maschinen scheiden  dort ohnehin aus, da der Weg über die Sandsteintreppen führt. Nachdem nun Plexiglasplatten wegfallen, geht Janssen davon aus, dass das Bauvorhaben nun etwas günstiger als geplant wird. Der bisherige Plan war eine „erweiterte Weinbergmauer“ in Form einer leichten Metallkonstruktion, und von vornherein war klar, dass es keine glänzenden Elemente am Pavillon geben durfte. Es gibt im rund 20 Quadratmeter großen Pavillon Platz für 15 bis 20 Leute, die hier Vorträge auf Führungen hören können, aber natürlich auch für andere Besuchergruppen.