Kommandant Jochen Feyerabend berichtete unerwartet bei der letzten Sitzung des Ausschuss für Umwelt und Technik über die aktuellen Hygienemaßnahmen bei der Besigheimer Feuerwehr. Hervor ging ein Antrag des Bündnis Mensch und Umwelt.

Grund dafür war ein Zeitungsartikel, in dem Landesfeuerwehrarzt Dr. Andreas Häcker aus Ditzingen mangelnde Hygiene und Gesundheitsrisiken ansprach. Feuerwehrleute hätten ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken, so Häcker. Es würden unter anderem Chemikalien bei Bränden freigesetzt, die unstrittig krebserregend seien. Asbest, Kohlenwasserstoffe, Benzol, Dioxine und CO2 gelangten von der kontaminierten Einsatzkleidung über die Haut in den Körper. Duschen seien unverzichtbar, optimal seien Schmutzschleusen in den Gerätehäusern, in denen die Kleidung gewechselt wird.

Die BMU-Fraktion stellte daher in ihrem formlosen Antrag auf der Sitzung folgende Fragen: Wie ist es um adäquate Hygienemaßnahmen bei der Freiwilligen Feuerwehr Besigheim bestellt? Sind Umbauten in den Gerätehäusern zur Einrichtung einer Schmutzschleuse möglich und angedacht? Wird diesen aktuellen Erkenntnissen beim Neubau des Feuerwehrhauses in Ottmarsheim ausreichend Rechnung getragen? Schließlich wollte die Fraktion wissen ob die Feuerwehrleute regelmäßig über zu beachtende, beziehungsweise empfohlene präventive Hygienemaßnahmen informiert werden.

Feuerwehrkommandant Jochen Feyerabend verwies darauf, dass das Thema auf der Kreisversammlung diskutiert worden sei. Es gebe verschiedene Wege, dem Problem gerecht zu werden. Es sei wegen der Rauchgase darauf zu achten, nach einem Einsatz nicht gleich Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. „Erst im Feuerwehrhaus gibt es die Möglichkeit die Kleidung zu wechseln, ideal wäre die Einsatzstelle, aber das ist kaum möglich“, so der Kommandant. Mobile Schmutzschleusen gebe es nur bei besonderen Gefahrgutzügen.

Große Unterschiede gebe es zwischen dem 40 Jahre alten Feuerwehrhaus in Besigheim und dem Neubau in Ottmarsheim, wo eine Schmutzschleuse vorgesehen sei. In Besigheim, wo es sehr eng zugehe, komme die Einsatzkleidung im Waschraum in einen Behälter. „Vor 40 Jahren hat dies noch dem aktuellen Standard entsprochen, inzwischen hat sich die Zeit aber weiter entwickelt“, erklärte Feyerabend. In Besigheim könne nur etwas passieren, wenn es bauliche Veränderungen gebe. Fest steht seit langem, dass das Feuerwehrhaus erweitert und saniert werden soll, doch diese Maßnahmen wurden aufgrund der hohen Ausgaben für den Neubau in Ottmarsheim nochmals zurückgestellt.

Mobile Schleuse

Sibylle Reustle von der SPD-Fraktion fragte, wie es mit einer mobilen Schleuse aussehe und ob doppelte Einsatzkleidung nötig wäre. Dies sei zu teuer und zu aufwendig, so der Kommandant. Auch doppelte Einsatzkleidung sei daher nicht die Lösung. Es gebe im Waschraum einen Fundus an Kleidung, doch so richtig praktikabel sei dies nicht.

Auf die Tagesverfügbarkeit angesprochen, gebe es bei der Besigheimer Wehr Unterschiede, verdeutlichte Feyerabend. An schlechten Tagen verfüge man in Besigheim bis 17.30 Uhr mehr als 15 Einsatzkräfte, an guten mehr als 25. In Ottmarsheim seien tagsüber es sechs bis neun. „Es reicht gerade für ein Einsatzfahrzeug.“