Alle Argumente, die Beigeordneter Klaus Schrempf in seiner Vorlage für den Gemeinderat vorbrachte, fruchteten am Ende nichts: Entgegen dem Wunsch der Stadt wird das Freibad erst gegen Ende der Ferien schließen, konkret am Sonntag, 8. September. Damit setzte sich die SPD-Fraktion mit einem Antrag durch. Die Stadtverwaltung hatte sich dagegen für eine Schließung eine Woche früher, bereits am 2. September, ausgesprochen. Ihr Grund: Direkt nach dem Ende der Saison will eine Firma mit der Erneuerung der Filtertechnik im Freibad beginnen. Das ist kompliziert und langwierig. Die Stadtverwaltung will aber auf jeden Fall das Bad pünktlich zum 1. Mai 2020 wieder eröffnen können.

Bereits im März, als die Pläne der Stadt bekannt geworden waren, hatte die dreiköpfige SPD-Fraktion ihren Unmut darüber geäußert. Ausgerechnet in den Sommerferien, wenn noch viele Besigheimer das Bad nutzen, käme die Schließung äußerst ungelegen. Die Freibadbesucher, die Jahreskarten gekauft haben, bekämen dafür nicht mehr die volle Leistung. Ende März stellte die SPD deshalb ihren Antrag, den sie am Dienstag in der Sitzung des Gemeinderats auch durchbrachte.

Argumente fruchten nicht

Schrempf hatte noch einmal deutlich gemacht, warum die frühe Schließung aus seiner Sicht so dringend ist: Die Umsetzung der Umbauarbeiten sei sehr anspruchsvoll. Die Firma, die damit beauftragt werde, habe dafür acht Monate Zeit, das sei ein sehr eng getakteter Zeitplan. Der planende Ingenieur habe deshalb darum gebeten, bereits am 2. September mit dem Abbruch der alten Anlage beginnen zu können, um Ende April 2020 auf jeden Fall fertig zu sein. Wegen der früheren Schließung des Bades sei in diesem Jahr auf die turnusmäßige Erhöhung der Eintrittspreise verzichtet worden. Jeder zusätzliche Arbeitstag bringe die Sicherheit, auch die Unwägbarkeiten des Winters zu überbrücken und die Baustelle pünktlich schließen zu können.

Im Gemeinderat setzte sich bei der Abstimmung dennoch die Meinung der SPD durch, dass dies auch bei einer Schließung am 8. September möglich sei. In seiner Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik  am Dienstag, 14. Mai, sollen bereits die Arbeiten für die Sanierung der Filteranlage vergeben werden. Aus dem Vergabevorschlag der Stadt ergeben sich Kosten von fast 1,2 Millionen Euro für die Filtertechnik selbst, für Elektro-, Schlosser- und Heizungsinstallationen, für den Dachdecker und für den Tiefbau. Das Büro, das mit der Ausführungsplanung beauftragt ist, habe mittlerweile einen „lückenlosen Bauzeitenplan“ erarbeitet, stellt Stadtbaumeister Andreas Janssen in der Vorlage an den Ausschuss fest, um die Fertigstellung der Arbeiten bis Ende April zu gewährleisten.

Info Die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik findet am Dienstag, 14. Mai, in der Bürgerhalle in Ottmarsheim statt. Sie beginnt um 18.45 Uhr.