Jahr für Jahr kostet die Sanierung der Stadtmauer die Stadt Besigheim hohe Summen. Jetzt hat Stadtbaumeister Andreas Janssen wieder ein Loch in der Mauer entdeckt. Es befindet sich auf der Neckarseite der Stadt unweit der alten Oberamtei. Es ist zwar nur etwa zwei Quadratmeter groß, doch wie düster es hinter diesem Loch aussieht, das vermag Janssen erst zu sagen, wenn spezialisierte Ingenieure den Schaden begutachtet haben. „Die Stadtmauer wird mich wohl mein ganzes Berufsleben noch begleiten“, vermutet Janssen.

Mindestens fünfstellig sind die Summen, die jährlich für die laufende Ausbesserung der Stadtmauer im Haushalt bereitstehen. Nur zu gut ist dem Stadtbaumeister noch das Loch in der Mauer unterhalb der Stadtkirche in Erinnerung, gar nicht weit entfernt vom jetzt entdeckten Schaden. Um es auszubessern und die Mauer zu stabilisieren, musste mit Beton eine „Plombe“ hinter die Mauer gesetzt werden, an der Anker befestigt werden konnten. Denn auf mehrere Meter hinter der Mauer war kein Fels zu finden, an der man die Mauer hätte sichern können.

Dafür und für zwei weitere Baustellen an der Mauer vergab der Gemeinderat im Jahr 2016 einen Auftrag in Höhe von 170 000 Euro, ein Jahr später waren es für Arbeiten an anderer Stelle immerhin noch 80 000 Euro. Im Etat des laufenden Jahres, der am Dienstag im Verwaltungsausschuss besprochen wurde, stehen 60 000 Euro zu demselben Zweck bereit, im Jahr 2021 noch einmal dieselbe Summe.

Doch dieses Geld ist bereits verplant. Damit müssen Schäden an der Mauer in der Bügelestorstraße ausgebessert werden, erläuterte der Stadtbaumeister am Dienstag im Verwaltungsausschuss. Sie wurden zwischen den Häusern 7 und 9 entdeckt. An einigen Stellen sei die Mauer bis unterhalb der Bebauung marode.

Das jetzt entdeckte Loch in der Mauer muss also im Haushalt nachfinanziert werden, machte Janssen auf Nachfragen von Stadtrat Achim Schober, CDU, deutlich. Doch in welcher Höhe, das vermochte Janssen nach den schlechten Erfahrungen vergangener Jahre nicht zu sagen. Dazu müssen die Ingenieure, die in diesen Tagen den Schaden begutachten, ob eine Notsicherung ausreichend ist oder eine umfassende Sanierung notwendig wird.

Abriss machte Schäden sichtbar


Auch Privatleute, die nahe an der Stadtmauer wohnen, können in Besigheim böse Überraschungen erleben. So erging es beispielsweise einem Bauherrn in der Bügelestorstraße, der 2017 sein Haus abreißen ließ, um einen Neubau zu errichten. Es zeigte sich, dass in früherer Zeit Löcher in der Mauer mit Bimsbeton, Ziegeln und Natursteinen gestopft worden waren. Bis zu der Höhe, die das abgebrochene Haus reichte, musste der Bauherr die Kosten für die Sanierung der Mauer tragen, die mit einer Spritzbetonschale gesichert wurde. Doch auch darüber wurden Schäden entdeckt, an deren Beseitigung die Stadt sich aber in fünfstelliger Höhe beteiligte. Denn nach dem Neubau ist dieser Teil der Mauer als Teil der historischen Stadtanlage sichtbar. sol