Gemmrigheim / Uwe Deecke  Uhr

Mehrere Rohrbrüche zwingen die Gemeinde Gemmrigheim, die teure Sanierung der Waldstraße im Ortskern anzugehen. Auf über 2,8 Millionen Euro brutto schätzt Michael Schunk vom Büro ISTW die Kosten für die Erneuerung der Straße, des Kanals und der Wasserleitung.

Grund für die hohen Kosten sei die Hanglage der Straße, in der es meist keinen Gehweg gibt und sehr eng zugeht. Um die fünf Meter Straßenbreite machen es für größere Fahrzeuge schwer, an den geparkten Autos vorbei zu kommen. Zwischen der Hessigheimer Steige und der Niederen Klinge verläuft die Waldstraße oberhalb der Forststraße. Saniert werden soll auf einer Länge von 510 Metern, in denen auch der kleine Kirschenweg inbegriffen ist.

Alles komplett neu

Projektleiterin Stefanie Zowalla schlug in der Sitzung des Gemeinderats am Montag den Rückbau des Gehwegs am Ende der Waldstraße vor. Die Abwasserkanäle sollten auf 40 Zentimeter vergrößert und auf der gesamten Länge erneuert werden. Die Wasserleitung sollte ebenso auf ganzer Länge erneuert und mit neuen Hausanschlüssen versehen werden. Auch die Straßenbeleuchtung soll in diesem Zug erneuert werden.

Die hohen Baukosten warfen bei  manchen Gemeinderäten Fragen auf.  Einsparungsmöglichkeiten, über die im Technischen Ausschuss beraten worden war, sind eher marginal. Der Einbau von Geogittern statt Bodenaustausch und kleinere Randeinfassungen bringen gerade einmal 17 000 Euro Ersparnis, eine Inlinersanierung mit Kanalbeschichtung wurde nicht ins Auge gefasst.

Die Frage von Sven Herold von der CDU-Liste ging zunächst an den neuen Kämmerer. „Sind wir in der Lage, dass wir uns es aus dem Haushalt leisten können?“, wollte der Rat wissen. Den Sparstrumpf der Gemeinde anzugreifen sei gefährlich, schließlich kämen auch noch dringende Vorhaben wie die Kinderbetreuung, um die man nicht herum komme. Klar war für ihn, den Kirschenweg nicht zu sanieren und so rund 550 000 Euro zu sparen, so Herold.

Kämmerer Michael Fischer, erst seit kurzem im Amt, konnte sich noch nicht um den Haushaltsplan kümmern und riet dazu Prioritäten zu setzen. „Die Steuern werden ab 2020 runtergehen“, lautet seine Einschätzung, die durch einen aktuellen Brief des Regierungspräsidiums untermauert werde.

„Im Kirschenweg besteht keinerlei Handlungsbedarf“, sagte auch CDU-Rat Markus Beckbissinger, dem der hohe Endbetrag Sorgen machte. Wichtig sei ihm auch eine Infoveranstaltung für die Bürger, die von der Maßnahme betroffen sein werden. Die Baumaßnahme sollte abschnittsweise von Schacht zu Schacht durchgeführt werden, riet Michael Schunk, der die Bauleitung übernimmt. Wenn gesperrt werde, komme es zu schwierigen Situation in der engen Straße, etwa wenn die Müllabfuhr komme.

Verschieben ist nutzlos

„In die Zukunft zu verschieben, hilft uns nichts“, fasste Bürgermeister Jörg Frauhammer die Diskussion zusammen. Auch ihm war bewusst, dass es nicht die letzte Straße in Gemmrigheim ist, die so saniert werden muss. Frauhammer schlug schließlich vor, den Kischenweg aus der Planung zu nehmen und auch bei den Randeinfassungen zu sparen, was bei allen Räten Zustimmung fand. Nun kann die Ausschreibung vorbereitet werden, Baubeginn soll das Frühjahr 2020 sein. Möglicherweise werde die Häfnerstraße als nächste folgen, so Kay Fritz, der Leiter des Bauamts.