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Crailsheim
Walheim / Uwe Deecke  Uhr

Die elsässischen Motorradfreunde hatten es näher als die aus Düsseldorf. Und auch aus Crailsheim waren wieder viele gekommen, aus Backnang, Vaihingen, Stein am Kocher und natürlich die Motorradfreunde Zabergäu. Sie alle zog es am Wochenende zum Jubiläum des Motorradclub Snux auf die Neckarwiese in Walheim.

Im Jahr 1989  waren es zehn Freunde, die sich zu einem Verein zusammenschlossen, drei mehr als benötigt. Sie wollten die Bewirtung auf einem Fest übernehmen, was nur als Verein ging, erinnert sich Karin Busse, eines der Gründungsmitglieder. Schon ein Jahr später durfte man als Verein auch die schöne Neckarwiese am Jugendhaus nutzen, die geradezu zum Feiern einlädt.

Am neuen Feuerwehrhaus stehen ebenso Zelte wie am Neckar, auf dem nahen Spielplatz spielen Kinder, am Eingang parken die teils ausgefallenen Maschinen. Eine amerikanische Boss Hoss mit V8-Motor steht hier, Harleys, Japaner und alte wie neue Motorräder mit Seitenwagen. Den dicksten Hinterreifen hat ein rotes Naked Bike vom Heilbronner Türkmali-Club, der ebenfalls zum Treffen gekommen war.

Ausgefallene Maschinen

Der MC Snux sieht sich besonderen Verein. Anders als in sonstigen Motorradclubs spielten hier auch Frauen von Anfang an eine Rolle, Zwölf sind es aktuell im 30-köpfigen Verein. „Snux steht für schnell, nackich und gsund“, erklärt Elke Boitz, die auch schon fast von Anfang an dabei und nun „Vize“ ist. Die Clubs kommen sogar aus Frankreich und Wales, wenn immer am ersten Wochenende im August gefeiert wird. Ärger gab es nie, höchstens wenn mal die Musik etwas zu laut war.

An diesem Tag dürfen sie bis 3 Uhr morgens Musik machen, zwei Stunden länger als sonst. „Die Gemeinde kam uns sehr entgegen“, sagt Pressesprecher Ingo Olesch, überhaupt habe man ein gutes Verhältnis zum Rathaus. Die Bürgermeisterin war schon am Freitag auf der Neckarwiese und schaute vorbei, als aufgebaut und der große Lichtmast in Betrieb genommen wurde. Das Licht vom Fluter kommt dann von oben und blendet die Gäste nicht, von denen rund 1500 am Samstag erwartet wurden.

Hinterher wieder sauber

Zum Treffen gehört auch die „Kuttenweihe“, die am Freitag stattfand. Am Neckar wurde eine Kuhle ausgehoben, mit Wasser gefüllt und „Bronco“, das neue Mitglied, musste sich von durchdrehenden Hinterrädern vollspritzen lassen. Zum Schluss fährt nochmal jeder über die Jacke, die in der Matschkuhle liegt und Bronco war als 30. Mitglied aufgenommen.

Hinterher werde der ausgestochene Rasen wieder fachgerecht eingesetzt, so wie bei ihm im letzten Jahr, versichert Olesch. Zum Waschen geht es für den Neuen in den Neckar, wenn das Ritual zu Ende ist. Und die Jacke wird lebenslang behalten, egal wie sehr sie gelitten hat.

Am Freitag spielten schon Kelly, Jogi and Friends, am Samstag gab es mit El Creepo und Amplified zwei Hard-Rock-Bands. Zum Beginn kam auch Wolfgang Buyer samt Frau und zwei Enkeln auf die Wiese, mit Kutte, aber ohne seine 1200er Suzuki Bandit. „Es geht nicht anders“, bedauert er, aber mit den Enkeln musste er mit dem Auto aus dem Zabergäu anreisen. Der Nachwuchs soll auch mal das Feeling beim Bikertreffen spüren, das hier schon Tradition hat.