Gemmrigheim Rätschenklang als Höhepunkt

Der amtierende Weltmeister im Rätschen, Ottmar Seiz aus Gemmrigheim, in Aktion.
Der amtierende Weltmeister im Rätschen, Ottmar Seiz aus Gemmrigheim, in Aktion. © Foto: Martin Kalb
Susanne Yvette Walter 07.09.2018

Beim Musikverein Gemmrigheim (MVG) dreht sich am kommenden Wochenende, vom 8. bis 10. September, wieder alles um den „Gemmrigheimer Herbst“. Zum 17. Mal steigt das traditionelle Weinfest auf dem Festplatz im Wörth in Gemmrigheim. Geboten sind: Blasmusik jeder Art, rustikale Speisen, jede Menge Weine, ein Laternenumzug und vor allem der Wettbewerb der Wengerträtscher am Sonntag.

Laternenumzug am Abend

Der Gemmrigheimer Herbst beginnt am Samstag um 17.30 Uhr mit dem traditionellen Fassanstich und Gratis-Viertele zu Klängen des Musikvereins Gemmrigheim. Zu Gast ist auch der Musikverein Rebstein aus der Ostschweiz. Um 19.30 trifft man sich zum Laternenumzug durch Gemmrigheim, begleitet vom Musikernachwuchs aus der Jugendkapelle.

Der Musikverein Walheim und die Gastgeber unterhalten ab 20 Uhr die Gäste im Festzelt. Später am Abend hat die Bar geöffnet. Nach dem ökumenischen Zeltgottesdienst um 10 Uhr am Sonntag spielen die Musikfreunde aus Mundelsheim zu einem zünftigen Frühschoppen auf. Am Nachmittag lädt die „Café-Laube“ in der Festhalle zu Kaffee und selbst gemachten Kuchen ein. Unterhalten werden die Gäste von der „Juka“, der Jugendkapelle des Musikvereins Gemmrigheim, und den „MusicKids“.

Kein Krach, sondern Musik

Der Höhepunkt am Sonntag: Der „Gemmrigheimer Rätschencup“, eine echte Weltmeisterschaft im Wengerträtschen. Hier messen sich nicht nur Teilnehmer aus der Region. In der Einzelwertung bei den Frauen, Männern oder Kindern sowie als „Spaßmannschaft“ in der Teambewertung zeigen begeisterte Rätscher, dass hier kein Krach, sondern Musik gemacht wird, und welchen Rhythmus sie dem Holzinstrument entlocken können. Eine fachkundige Jury aus Politik, Weinbau und Blasmusik hat ihr Kommen zugesagt.

Gilt als Weltmeisterschaft

Seit dem 100. Jubiläumsjahr des Musikvereins Gemmrigheim wird der Wettbewerb international als „Gemmrigheimer Rätschen-Cup“, der Weltmeisterschaft im Wengerträtschen, ausgeschrieben. Das ist natürlich eine Sensation, die viele Schaulustige anzieht.

Wengerträtschen hat eine lange Tradition, um ungeliebte Gäste wie etwa gefräßige Vögel im Weinberg kurz vor der Traubenlese fernzuhalten. Inzwischen sind die Wengerträtscher nur noch teilweise als Weinberghut im Einsatz.

Vielmehr sind sie inzwischen längst zu Repräsentanten des Weins geworden und legen Wert darauf, zu zeigen, welches musikalische Leben in den hölzernen Rätschen steckt. Denn was anderswo nur lautes Knattern ist, ist in Gemmrigheim Musik. In diesem Jahr treten die begeisterten Rätscher schon zum 17. Mal gegeneinander an, Teilnehmer kommen sogar aus Stuttgart und von weiter her.

Um 17 Uhr spielt der Musikverein Ochsenbach, ab 19 Uhr der Musikverein aus Kirchheim. In Gemmrigheim schwingen nicht nur die Narren oder der Wengertschütz die Rätschen, sondern vornehmlich Musiker des MVG. Sie treten zum Rätschen-Wettstreit gegeneinander an.

Am Montag gibt es von 11.30 bis 13.30 Uhr „Mittagsvesper“ zu den Klängen der Seniorenkapelle „Atemlos“. Der reguläre Festbetrieb beginnt um 17 Uhr. Ab 18 Uhr nimmt der Musikverein Auenstein auf der Bühne Platz beim Abend der Vereine, den die Musiker aus Hessigheim schließlich ausklingen lassen.

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