Es hat ein paar Jahre Vorlauf gebraucht, doch in diesem Jahr ist es endlich soweit: Zwischen Gemmrigheim und Besigheim wird der Weg unterhalb der Weinberge zu einem Radweg ausgebaut. Spätestens zur Weinlese des Jahres 2020 soll er fertiggestellt sein. Das versicherte Ulrich Müller von der Baubehörde im Landkreis Ludwigsburg am Dienstag den Stadträten im Ausschuss für Umwelt und Technik. Rund 700 000 Euro soll der Ausbau kosten, der vom Kreistagsausschuss bereits bewilligt ist. Und auch mit der Gemeinde Gemmrigheim sind die Planungen abgestimmt.

Bis es soweit war, hatten sich die Planer des Landratsamtes und die Gemeinden jedoch mehrfach intensiv austauschen müssen und die Pläne mehrfach geändert. Ausgeschlossen wurde der Bau einer Radwegbrücke in Richtung Walheim, ähnlich der in Hessigheim über den Neckar. Sie hätte das Zehnfache des Betrages für den Ausbau des Radweges gekostet, machte Müller deutlich. Außerdem wäre die Anbindung an den Radweg auf der Walheimer Seite nicht einfach gewesen.

Mehrfache Änderungen

Zunächst hatten die Behörden den Neubau eines Radweges auf der Neckarseite im Blick gehabt. Doch diese Pläne wurden wegen erheblicher Probleme mit dem Naturschutz schnell fallengelassen. Den Radweg entlang des Neckarufers anzulegen, hätte bedeutet, die Böschung abtragen zu müssen. Eine Stützmauer hätte angelegt werden müssen, es hätte Probleme mit der Schleuse gegeben, berichtete Müller. Auch während der Bauzeit wären massive Eingriffe in die Böschung notwendig geworden. Diesen Eingriff in die Natur „hätten wir nie genehmigt bekommen“, stellte Müller deshalb fest.

Schließlich einigte man sich auf den Ausbau des Wirtschaftsweges unterhalb der Weinberge, der allerdings häufig von Wengertern mit schweren Fahrzeugen benutzt wird. Um Platz für die Radfahrer zu schaffen, wird die Kreisstraße im Bereich der bewirtschafteten Weinberge um einen Meter zum Neckar hin versetzt. Im vergangenen Jahr musste die fertige Planung noch einmal geändert werden. Bis auf wenige Stellen hat der Radweg eine durchgängige Breite von mindestens vier Metern und von sechs Metern an den Stellen, die von den Wengertern als Parkflächen genutzt werden. In Richtung Ortseingang von Besigheim wird es einen Schutzstreifen für die Radfahrer geben.

Abruptes Ende

Im Ausschuss gab es Zustimmung, dass es endlich mit dem Bau des Radweges losgeht. Mit einem Punkt sind allerdings weder die Stadträte noch Bürgermeister Steffen Bühler zufrieden. Denn nach wie vor ist unklar, wie es entlang der Landesstraße 1115 über die Brücke bis zur Kreuzung mit der B 27 weitergehen soll. Planungen für eine Radwegbrücke waren vor Jahren gescheitert, wann es mit der Sanierung der maroden Brücke losgeht, lässt sich nicht sagen. Bis dahin müssen die Radfahrer entweder die Straße nehmen oder den erhöhten schmalen Weg am Fahrbahnrand. Der Ausbau ist Sache des Landes, für die Planung ist das Regierungspräsidium zuständig, eine Aussage zu dieser Problematik konnte der Planer des Landratsamtes daher nicht machen. Bürgermeister Steffen Bühler schlug vor, eine eigene Planung für den Anschluss des Radweges in die Stadt vorzubereiten.

Und noch ein anderes Problem wurde angesprochen. Im Frühjahr soll es mit dem Neubau der B 27-Brücke über die Enz in Richtung Walheim losgehen, die vorbereitenden Rodungsarbeiten haben bereits begonnen. Wird gleichzeitig aber die Straße nach Gemmrigheim ganz oder teilweise wegen des Radweg-Neubaus gesperrt, drohe Chaos am Ortseingang von Besigheim. Das befürchtet Walter Zeyhle von den Freien Wählern.

Ob eine Vollsperrung oder nur eine halbseitige Sperrung der Straße nach Gemmrigheim notwendig sei, müsse erst noch geklärt werden, sagte Müller. Mit dem Regierungspräsidium sei abgesprochen worden, die Fertigstellung des Radweges abzuwarten, bevor es zu Verkehrsbehinderungen auf der B 27 kommt.