Quartiersmanagement, das hat Potential“, findet Anika Haas. Anfang April hat die 29 Jahre alte Pfälzerin aus Ludwigshafen in Besigheim diese Aufgabe als Nachfolgerin von Bettina Ongerth übernommen. Netzwerke für alte Menschen schaffen, die Infrastruktur in der Stadt in deren Sinne zu verbessern, Beratung anzubieten für Hilfen im Alltag, für Verbesserungen in der Wohnung, kurzum alles zu tun, damit alte Menschen möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können, das ist in etwa das Arbeitsfeld, das sich hinter dem sperrigen Begriff des Quartiersmanagements verbirgt. „Es ist toll, dass Besigheim dafür eine eigene Stelle hat“, sagt Haas

Überall findet Haas nach der zweijährigen Vorarbeit von Bettina Ongerth in Besigheim bereits gute Ansätze, aber „am wichtigsten ist es mir im Moment, in der Stadt bekannt zu werden“, sagt sie. Ideen, Zeit, Freude an der Arbeit, das alles hat die studierte Gerontologin genug, sagt sie selbst. Was sie braucht seien „Leute, die auf mich zukommen.“

Eine gute Gelegenheit dazu gibt es montags und donnerstags, wenn Anika Haas im Verwaltungsgebäude am Marktplatz 7 alte und demente Menschen und ihre Angehörigen in Alltagsdingen berät. Zu dem „großen Netzwerk“, auf das sie zurückgreifen kann, gehört beispielsweise die Lokale Allianz für demente Menschen mit ihren professionellen Organisationen, die vor Jahren wichtige Vorarbeiten für das Quartiersmanagement geleistet hat. Im Januar 2020 will die Allianz wieder einen „Markt der Möglichkeiten“ für Ältere in der Stadt organisieren, kündigt Haas an. Gemeinsam mit dem Fitkom will sie das Bewegungsprogramm fortsetzen, das ältere Menschen mobil halten soll. Am Herzen liegt ihr auch die Einrichtung eines Bürgerbusses in Besigheim, der schon seit einiger Zeit im Gespräch ist. Dafür müssen Ehrenamtliche gewonnen werden und Fragen der Organisation und der Versicherung geklärt werden.

„Alle diese Projekte möchte ich weiterführen“, sagt Haas. Neu ist die Einrichtung von „Schwätzbänkle“ auf Grünflächen in der Stadt, die von Ehrenamtlichen gepflegt werden und dazu dienen sollen, „mit Besigheimern ins Gespräch zu kommen“. Zudem möchte Haas weitere „Bürger als Experten“ gewinnen, die Vorträge halten über ihre ganz besonderen Hobbys oder besondere Kenntnisse.

Finanziert für die Dauer von fünf Jahren


Quartiersmanagerin Bettina Ongerth hatte ihre Arbeit im Frühjahr 2017 aufgenommen, Anika Haas ist ihre Nachfolgerin seit April 2019. Die Finanzierung ist für fünf Jahre mit Finanzmitteln der Stiftung Deutsches Hilfswerk gesichert. Personalkosten in Höhe von 320 000 Euro werden zu 80 Prozent gefördert, den Rest trägt die evangelische Heimstiftung. Ihr Büro hat Anika Haas in den Räumen des Robert-Breuning-Stifts.

Schritt für Schritt soll der Quartiersmanager als Kümmerer altersgerechte Konzepte für Besigheim entwickeln, von der Verbesserung der Barrierefreiheit in der Stadt bis zur Zusammenarbeit mit gewerblichen und sozialen Dienstleistern wie der Lokalen Allianz. Jugend, alte Menschen und Vereine sollen zusammen geführt werden.

Anika Haas berät alte und demente Menschen und ihre Angehörigen montags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr im Verwaltungsgebäude am Marktplatz 7 in Besigheim, sie ist erreichbar unter der Telefonnummer (07143) 670. sol