Neckarwestheim Protest wegen der Risse in Rohren

Herbert Würth vom Aktionsbündnis der Kernkraftgegner sprach vor dem Tor des Kernkraftwerks in Neckarwestheim zu den Teilnehmern des Sonntagsspaziergangs.
Herbert Würth vom Aktionsbündnis der Kernkraftgegner sprach vor dem Tor des Kernkraftwerks in Neckarwestheim zu den Teilnehmern des Sonntagsspaziergangs. © Foto: Richard Dannenmann
Michael Soltys 05.11.2018

Eine Zeitlang war die Teilnehmerzahl bei den Sonntagsspaziergängen, wie die Atomkraftgegner ihre Protestaktionen nennen, überschaubar. In jüngster Zeit können die Organisatoren vom Aktionsbündnis Castor-Widerstand jedoch wieder auf etwas größere Resonanz hoffen.

Grund sind die vor kurzem entdeckten Risse an Heizungsrohren in Block II des Kraftwerks. Sie wurden wie in der BZ  berichtet im Laufe der aktuellen Revision des Kernkraftwerks entdeckt. Diese Schäden werden aus Sicht der Atomkraftgegner sowohl vom Betreiber EnBW als auch vom baden-württembergischen Umweltministerium verharmlost.

Bei der Protestaktion an diesem Sonntag, an dem vor den GKN-Toren knapp 60 Atomkraftgegner teilnahmen, forderten sie deshalb erneut die sofortige Abschaltung des Kernkraftblocks, der noch für mehrere Jahre lang Strom produzieren darf. Nach Ansicht des Aktionsbündnisses kann es durch die Risse in den Rohren „zu schwerwiegenden Beschädigungen und dem Ausfallen von Geräten“ kommen.

An diesem Montag will die EnBW in Gemmrigheim über den aktuellen Stand der Arbeiten im GKN berichten. Denn am Standort werden sich in der näheren Zukunft eine Reihe von Änderungen ergeben. So wird  die Zuständigkeit für das Standortzwischenlager, wo die Castor-Behälter mit radioaktiven Abfällen eingelagert sind, zum 1. Januar 2019 an die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) übergehen, teilt Betreiber EnBW mit. Ein Jahr später erfolgt der Wechsel auch für das Standortabfalllager, das im Bau ist. Bei der Veranstaltung wird es auch darum gehen, wie es um den Rückbau von Block I steht.­

 Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Gemmrigheimer Kelter. Nach Begrüßung und Einführung durch die beiden Bürgermeister Jochen Winkler (Neckarwestheim) und Jörg Frauhammer  (Gemmrigheim) wird Jörg Michels als Vorsitzender der Geschäftsleitung der EnBW-Kernkraft über Rückbau und Entsorgung der Kernkraftwerke am Standort berichten.

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