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Rita Haller, ehemalige Leiterin der Realschule in Besigheim, hat vor zwei Jahren den „Verein zur Förderung der Berufswahlmesse BANE – Bildungsmesse Neckar-Enz“ gegründet.
Rita Haller, ehemalige Leiterin der Realschule in Besigheim, hat vor zwei Jahren den „Verein zur Förderung der Berufswahlmesse BANE – Bildungsmesse Neckar-Enz“ gegründet. © Foto: Kalb Martin
Besigheim / Von Uwe Deecke 15.09.2018

Vor zwei Jahren startete die Berufsausbildungsmesse BANE (Berufsausbildung Neckar-Enz) in Besigheim. Ein Verein arbeitet dabei als Bindeglied von Schulen und Wirtschaft.

„Die ursprüngliche Idee kam von der Stadt, nachdem Besigheimer Unternehmer Probleme hatten, an Azubis zu kommen“, sagt Rita Haller. Die frühere Leiterin der Besigheimer Realschule machte sich nach ihrem Pensionsantritt zur Aufgabe, diese Lücke zu schließen. „Am Anfang war es ein Experiment, aber es hat sich eingelaufen und es gibt einige Sponsoren“, sagt die 67-Jährige, die gerne auch die „Chairfrau“ der BANE genannt wird. Nach wie vor ist sie auch im Beirat des Landesschulrats vertreten und Vorsitzende der Abendrealschule Ludwigsburg, wo mit der Berufsausbildungsmesse BAM das große Vorbild existiert.

Es habe sich gezeigt, dass der nördliche Landkreis bei der BAM als nicht so attraktiv wahrgenommen wurde, so Haller, und daher habe sich die BANE in Besigheim angeboten. Dort werden im Oktober wieder rund 30 Betriebe ihre Stände haben, ein Gemeinschaftsstand kommt von den Mundelsheimer Handwerkern, die über ihre Arbeit informieren werden. Schon freitags ab 9 Uhr hat die Alte Kelter geöffnet und Schulklassen kommen mit ihren Lehrern und dem zusammen erarbeiteten Fragebogen an die Betriebe. Immer seien auch Azubis dabei, was von unschätzbarem Vorteil sei, findet Haller. So bekommen die künftigen Schulabgänger Infos aus erster Hand und von nahezu Gleichaltrigen.

Anfangs habe es eigentlich nur die BASF gegeben, die Schulpatenschaften einging, aber mit unzureichendem Erfolg. Es kamen nicht die Bewerber, die man sich gewünscht hatte, weil diese nicht wirklich informiert waren. Das habe sich mit der BANE deutlich geändert, so Rita Haller. Nun bekommen die Schüler praxisnah und authentisch Infos an den Ständen der Unternehmen.

Und noch etwas hat sich geändert: Kleinere Firmen seien damals kaum zum Zug gekommen, was nun anders sei. „Aussteller sind es aktuell 30, und wir mussten auch 5 bis 6 absagen“, erklärt die frühere Rektorin. Der Platz in der Alten Kelter reiche mittlerweile kaum noch aus für das Interesse seitens der Gewerbetreibenden. Neue Berufsbilder auf der Messe hätten aber immer Chancen, hier präsentiert zu werden, erklärt die Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, der neben Handwerk, Dienstleistungen und Einzelhandel offen für Neues ist.

Azubi- und Fachkräftemangel

Dass man als Verein agiert, hat noch einen weiteren Grund: Ein gemeinnütziger Verein dürfe keine Gewinne erwirtschaften, so Haller, aber er könne anders als die Stadt Spendenquittungen für die Sponsoren ausstellen. Und Sponsoren gibt es mittlerweile einige, die die Messe für ihre Zwecke erfolgreich nutzen.

Dass im Land der Azubi- und Fachkräftemangel zum wirklich großen Problem geworden ist, bestätigt auch Haller. „Unser wirtschaftlicher Wohlstand beruht auf der dualen Ausbildung und auf Facharbeitern“, macht sie deutlich – und arbeitet mit der BANE und viel Engagement an einer Lösung. Ehrenamtlich.

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