Besigheim Offensive Werbung um Rad-Touristen

Radtouristen bereiten sich vor dem Café Hirsch in Besigheim auf die Abfahrt vor. Die Stadt will die Rahmenbedingungen für die Fahrradgäste noch deutlich attraktiver gestalten. Unter anderem soll der Weg entlang der Enz beim Radsportheim einen neuen Belag erhalten.
Radtouristen bereiten sich vor dem Café Hirsch in Besigheim auf die Abfahrt vor. Die Stadt will die Rahmenbedingungen für die Fahrradgäste noch deutlich attraktiver gestalten. Unter anderem soll der Weg entlang der Enz beim Radsportheim einen neuen Belag erhalten. © Foto: Helmut Pangerl
CHRISTIAN BRINKSCHMIDT 28.10.2015
In Bezug auf den Radtourismus hat sich in Besigheim in letzter Zeit schon so einiges getan. Jetzt geht die Stadt in die Offensive und will Besigheim für Radfahrer noch attraktiver machen.

Für Fahrradtouristen ist Besigheim mit dem romantischen Altstadtflair und der die Stadt umgebenden sanften Weinberg-Hügellandschaft zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Die Stadt hat indes auch einiges dafür getan, um Radtouristen in den Ort zu bekommen. Darauf verwies Stadtbaumeister Andreas Janssen am Montag beim Tourismus-Treff im Café Hirsch. Vor rund zehn Jahren wurde der Enzradweg auf der Weinbergseite ausgebaut. Inzwischen gibt es auch einen Radweg nach Ottmarsheim. Und seit diesem Frühjahr können Radfahrer über ein neues Stück Radweg entlang der Kreisstraße 1619 aus Richtung Husarenhof kommend, sicher ins Wohngebiet Ingersheimer Feld gelangen. Mittlerweile kreuzen sich in Besigheim gleich mehrere Fahrradwege.

Jetzt soll die Stadt für die Zweirad-Gäste noch anziehender werden. Dem Wunsch des örtlichen Radsportvereins folgend, soll der Weg entlang der Enz, der vom Radsportheim weiter nach Walheim führt, einen neuen Fahrbahnbelag erhalten, wie Janssen ankündigte. Eine bessere Verkehrssituation erhofft sich die Stadt auf Dauer auch bezüglich des Radfahrübergangs an der Walheimer Brücke, wo der Enz- auf den Neckartalradweg stößt. Die von der Stadt vorgeschlagene Radweg-Unterführung unter der Brücke sei dem Land allerdings zu teuer, stellte Bürgermeister Steffen Bühler am Montag fest. Wenn voraussichtlich ab 2016 die Besigheimer Neckarbrücke saniert wird, sollen wiederum auch die Radfahrer auf ihre Kosten kommen: Die Stadt hofft auf einen separaten Radweg parallel zur Brücke. Und als Teil des Enzpark-Projekts könnten die Zweiradfahrer schließlich später einmal auch die zwei geplanten Stege erfreuen, die jeweils die West- mit der Altstadt verbinden sollen. Letzteres bezeichnete Janssen indes noch als "Zukunftsmusik".

"Die hiesige Infrastruktur soll für die Radtouristen gut sein. Wir wollen aber auch die Verweildauer der Gäste erhöhen", bemerkte die städtische Tourismusfachkraft Nina Backes beim Tourismus-Treff und leitete damit zu einem anderen Punkt über: Über das Mittel der Zertifizierung sollen bessere Angebote für Radfahrgäste im Ort geschaffen werden. Bislang haben in Besigheim das Café Hirsch und die Familie Saußele ein Zertifikat vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) als "Bett und Bike"-Herberge erworben. Dort finden Radfahrer nicht nur einen Platz für sich, sondern auch einen für ihren fahrbaren Untersatz vor. Die "Bett und Bike"-Betriebe sind in den ADFC-Radwegkarten verzeichnet und überdies im Internet präsent. Kraichgau-Stromberg-Tourismus-Geschäftsführerin, Kerstin Bauer erwähnte am Montag ein mögliches Zusatzangebot: In Besigheim könnten sich auch Betriebe als "Rad Service Stationen" zertifizieren lassen, meinte sie. Dort gäbe es dann für E-Biker neben einer Ladestation auch einen Fahrrad-Werkzeugkoffer samt Flickzeug.

Eric Reiter vom 3B-Tourismusteam konnte sich Stadtführungen in Verbindung mit Radtouren vorstellen. Reiter berichtete vom Radfahr-Projekt "Etappenbegleiter" mit der Deutschen Fachwerkstraße.

Am Ende präsentierte Kai Biresch vom örtlichen Radsportverein (RSV) noch eine besondere Idee: "Das Potential, das in der Region Stromberg-Heuchelberg für die Mountainbiker besteht, wird völlig verkannt", machte Biresch deutlich. Mountainbiker würden statt auf den bislang dort nur geschotterten Wegen lieber im Pfälzer Wald fahren. Dies soll sich nun bald ändern. Das Gebiet Stromberg-Heuchelberg will Biresch zusammen mit dem Baden-Württembergischen Radsportverband für den Mountainbike-Sport erschließen. Bauer, Reiter und Backes zeigten sich interessiert vom RSV-Konzept und wollen bald Gespräche mit Biresch führen. Schließlich erhofften sie alle sich dadurch noch einen Zuwachs an Radtouristen - auch wenn am Schluss von einigen Besuchern des Tourismus-Treffs auf die beschränkten Übernachtungskapazitäten verwiesen wurde.