Besigheim / Michael Soltys

Wenigstens eine gute Nachricht bekamen die Mitglieder des Besigheimer Verwaltungsausschusses am Dienstag zu hören: Das neue, vom Verein Itzebitz betriebene Kinderhaus kann im September öffnen. „Der Umbau ist im Zeitplan“, bestätigten unisono Johann Leitner, einer der beiden Vorsitzenden des Vereins, und Michael Braun, der künftige Leiter des Kinderhauses im Gebäude der früheren Druckerei Brett. „Wir können es schaffen, den Betrieb im September 2019 aufzunehmen“, versicherten sie. Damit wächst das Angebot an Betreuung für Kinder unter und über drei Jahre um etwa 90 Plätze.

Konstant hohe Zahlen

Dringend notwendig ist es auf jeden Fall, wie der Bericht von Elke Barth zeigte, die in der Stadtverwaltung für die Kindergärten zuständig ist. Denn es knirscht und knackt an beinahe allen Ecken und Enden, oder, wie es Elke Barth eher sachlich-nüchtern ausdrückte: Trotz erheblicher Investitionen in die Kinderbetreuung in den vergangenen Jahren ergibt sich weiterer Ausbaubedarf.

Das Itzebitz-Kinderhaus kann jedenfalls mit genügend Nachfrage rechnen. Denn trotz des Zusatzangebots des Vereins fehlen im neuen Kindergartenjahr immer noch 18 Plätze, hat Barth ausgerechnet. Auf Sicht mehrerer Jahre muss die Stadt mit konstant hohen Jahrgängen mit 150 bis 160 Kindern rechnen. Langfristig werden wohl bis zu 50 neue Krippenplätze benötigt.

In fast allen Betreuungseinrichtungen sind alle Plätze belegt und werden es auch im neuen Kindergartenjahr sein, stellte Barth im Verwaltungsausschuss fest. Häufig liegen bereits mehr Anmeldungen vor, als Plätze frei werden. Das ist der Fall in der Kita in der Friedrich-Kollmar-Straße, der Krippe Abenteuerland, die vom Träger „element-i“ betrieben wird, und im „Piccolo Paradiso“, einer privaten Kindertagesstätte. „Als Alternative für die Eltern kommt nur das Itzebitz in Betracht“, so Barth. Etwas entspannter ist die Situation in der Kita Löchgauer Feld, im Kindergarten Bühl und im Waldkindergarten. In Ottmarsheim verspricht der Neubau der Kita Entlastung, die noch in diesem Jahr fertig werden soll.

Dafür klemmt es in der Kita im Elser-Ring im Bülzen ganz gewaltig. Hier fehlen im nächsten Kindergartenjahr etwa 30 Plätze, legt man die verfügbaren Plätze und die Anmeldungen zu Grunde. Viele Eltern aus der Baugebiets-Erweiterung, die in den letzten Monaten besiedelt worden ist, wollen ihr Kind zur Betreuung anmelden. Hier ist Bedarf für mehr als eine Kindergartengruppe, stellte Barth fest, und zwar möglichst schnell. Hilfreich wäre es ,eine kurzfristige Lösung in der Nähe“ zu finden. Der nächst gelegene Kindergarten im Schimmelfeld ist voll belegt. „Eine Erweiterung ist wünschenswert“, so Barth. Die Kita im Bühl bietet dagegen ebenso wenig eine Alternative wie die Kita im Wörth. Zu allem Überfluss wird die Suche nach geeignetem Personal schwieriger. Besigheim ist allerdings noch nicht in der Notlage, wegen des Mangels an Personal Öffnungszeiten zu reduzieren oder die Zahl der Schließtage auszuweiten, betonte Barth. 83 Fachkräfte sind bei der Stadt in der Kinderbetreuung eingesetzt. Aktuell ist eine Stelle für das Kindergartenjahr 2019 noch nicht besetzt. Statt bisher zwei wird die Stadt im neuen Kindergartenjahr vier Azubis einstellen.

Kampf ums Personal

Der Verein Itzebitz muss dagegen noch um neues Personal kämpfen, ist aber zuversichtlich, wie der neue Hausleiter Martin Braun betonte. Die ersten Mitarbeiter seien eingestellt und werden in den Betreuungseinrichtungen des Vereins in Großbottwar und Murr geschult.