Besigheim Nicht alles zur Zufriedenheit

Rosa Blickfang im Foyer: An der handwerklichen Ausübung der Treppe im neuen Kinderhaus hat die Stadt allerdings einiges auszusetzen.
Rosa Blickfang im Foyer: An der handwerklichen Ausübung der Treppe im neuen Kinderhaus hat die Stadt allerdings einiges auszusetzen. © Foto: Martin Kalb
Besigheim / MICHAEL SOLTYS 14.12.2013
Kaum eröffnet, kommt im Technischen Ausschuss auch schon Ärger über das neue Kinderhaus hoch. Der Grund: Zwei Handwerker sollen schlecht gearbeitet haben. Markantestes Beispiel: die Treppe im Inneren.

Als beinahe selbstständiges Bauwerk ragt die rosafarbene Treppe im Foyer des neuen Kinderhauses am Wörth in den zweiten Stock. Der nach beiden Seiten vollkommen geschlossene Aufgang mit seinen versenkten Handläufen überragt die Köpfer der Kleinkinder deutlich. Das gefällt nicht jedem. Bei den kleinen Bewohnern dürfte es ein Tunnelgefühl verursachen, fürchteten Mitglieder des Technischen Ausschusses jetzt bei der Besichtigung. In dem weitläufigen Foyer könnten sich die Krippenkinder verloren fühlen.

Weit ärgerlicher aber sind die Mängel, die zwei Firmen an der Baustelle aus Sicht der Stadträte abgeliefert haben und gerade an der Treppe deutlich zu Tage treten. Dazu nahm Stadtbaumeister Andreas Janssen bei der Besichtigung ausführlich Stellung. Die Aluminiumplatten der Verkleidung seien uneben aneinander gefügt und dann "schlecht verschliffen" worden, erläuterte er. Der Maler, der die Platten überstrichen hat, habe deshalb jede Gewährleistung abgelehnt. Auch mit der Fluchttreppe nach außen habe sich die beauftragte Firma Zeit gelassen. Janssen will deshalb eine Holzkonstruktion anbringen lassen, damit die Kinder im Fall der Fälle das Haus verlassen können. Mittlerweile sei der Firma der Auftrag entzogen worden. Es deute sich aber an, dass sie die Stahlkonstruktion für die Treppe "am allerletzten Tag des Nachtermins" noch liefern werde. Das wäre am kommenden Montag.

Durch die Verzögerungen im Bauablauf seien weitere Schäden entstanden, über die bereits Kostenrechnungen erstellt worden seien. Bisher seien erst 60 Prozent der Forderungen bezahlt. In diesem Punkt werde es noch Gespräche geben, machte Janssen deutlich. Von den Gemeinderäten bekam Janssen Rückendeckung. "Nicht einfach bezahlen", sagte Stadtrat Adolf Eisenmann.

Auch mit einer beauftragten Stukkateurfirma ist der Stadtbaumeister nicht zufrieden. Sei "unsachgemäß" mit Baumaterialien umgegangen, warf er ihr vor. Ansonsten aber seien "viele gute Firmen" an dem Bau beteiligt, stellte der Stadtbaumeister fest. In zwei Kleinkind-Gruppen werden aktuell 19 Kinder betreut, und von der benachbarten Firma Komet seien zwei Kinder angemeldet worden. In Kürze wird ein dritter Raum fertiggestellt. "Wir wachsen mit den Kindern", sagte Janssen.