Der Solarfonds Besigheim errichtete als Vorreiter in Sachen Solar schon im Jahr 2000 eine Photovoltaikanlage auf der Friedrich-Schelling-Schule, die bald einer neuen Lösung Platz machen soll.

Heinrich Blasenbrei-Wurtz vom Bereich Mobilität, Energie, Klima der Lokalen Agenda beklagte wenige Tage zuvor mangelnde Gesprächsbereitschaft seitens der Stadt darüber, wie es mit dieser und anderen Anlagen weitergeht, die der Fonds ermöglicht hat. Er bekam auf der letzten Sitzung des Ausschuss für Umwelt und Technik schließlich die Gelegenheit, sich zu äußern. Die Anlage sei in die Jahre gekommen und ihre Förderung laufe im Jahr 2020 aus, so der Initiator.

Bessere Lösung denkbar

Das hätte zur Folge, dass die Pionieranlage dann nur noch vier Cent pro Kilowattstunde einbringen würde, legt man den aktuellen Börsenpreis zugrunde. „Ein wirtschaftlicher Betrieb ist für uns nicht mehr möglich“, erklärte Blasenbrei-Wurtz vor dem Gremium. Versicherung und Gebühren machten die alte Anlage unrentabel, die der Solarfonds nun der Stadt schenken will. In 18 Jahren guter Zusammenarbeit sei das Fondsmodell oft kopiert worden, insofern habe die Anlage ihren Dienst verrichtet. Heute sei auf der Schule eine effiziente und zehn mal so große Anlage denkbar.

Das Büro Isuf, Weißkirchen, stellte in einer Bewertung fest, dass ein Weiterbetrieb zwar möglich wäre, aber Bank- und Versicherungskosten massiv auf die Rendite drücken. Roland Engel vom Büro äußerte sich auf der Sitzung zur möglichen Größe einer neuen Anlage: „Sie sollte orientiert sein am Strombedarf der Schule“, dies werde man im Gremium noch zur Diskussion stellen. Möglich sei eine effiziente Anlage auch auf dem neuen Feuerwehrgebäude in Ottmarsheim, wo es genügend Flächen im südöstlichen Bereich gebe. Auch an der dortigen Kita seien zwei Dachflächen vorhanden, die eine PV-Anlage ermöglichen. Bereits gebaut wurde eine Anlage zuletzt auf dem Dach des Klärwerks, wo von einer Amortisierung der Kosten in acht bis zwölf Jahren ausgegangen wird. Hier wie auch in Ottmarsheim könne ebenso von einer Wirtschaftlichkeit der Anlagen ausgegangen werden, glaubt die Verwaltung. Beauftragt werden soll das Büro nun mit einem Gutachten, welche Investitionen auf die Stadt dafür zukommen.

Gleichzeitig bewarb sich die Energiegenossenschaft Besigheim zur Anmietung der Dachflächen auf den neuen Ottmarsheimer Gebäuden, um auch hier Genossenschaftsanlagen erstellen zu lassen. „Das werden wir durchrechnen“, erklärte Engel, der gerade lokale Maßnahmen für den Klimapakt erarbeitet, dem die Stadt Besigheim im Oktober beigetreten ist. Bis Mitte Februar möchte er für die Solaranlagen Zahlen vorlegen.

Zeit bis 2020

„Gut, wenn man diesen Weg geht“, lobte Hansjörg Kollar vom Bündnis Mensch und Umwelt das Vorgehen. Dem schloss sich auch CDU-Rat Ulrich Gerstetter an. Man habe für die Friedrich-Schelling-Schule noch Zeit bis zum Auslaufen des Einspeisevertrags 2020. Bei einer neuen Anlage sollte auch der Mittelbau der Schule mit einbezogen werden, so der Rat. Das Gremium verzichtete auf die Schenkung und beschloss einstimmig gemäß dem bestehenden Gestattungsvertrag, dass der Solarfonds die alte Anlage auf der Schule abbauen wird. Für die neue Photovoltaikanlage nach 2020 sowie für weitere Anlagen soll eine Ausschreibung unter Fachbetrieben durchgeführt werden. Betreiber wird dann, so der Beschluss, die Stadt Besigheim sein.