Weinprinzessinnen Neue Jobs für die Hoheiten

bz 15.08.2018

Die ehemaligen Weinprinzessinnen Julia Höllmüller und Isabel Schley haben bei den Lauffener Weingärtnern zentrale Aufgaben übernommen. Die 29 Jahre alte Weinbetriebswirtin Julia Höllmüller ist laut einer Mitteilung seit der diesjährigen Generalversammlung ehrenamtliches Mitglied im Aufsichtsrat der Genossenschaft.

Isabel Schley, staatlich geprüfte Weinküferin vom Bodensee, arbeitet seit dem Frühjahr hauptamtlich in Mundelsheim und ist für das Direktmarketing und die Social Media der Katzenbeißer-WG zuständig.

Ich bin mit dem Weinbau aufgewachsen. Mein Urgroßvater war Gründungsmitglied der WG. Mein Opa war Weingärtner, ebenso wie meine Eltern jetzt“, berichtet Julia Höllmüller. Deshalb sei es für sie klar gewesen, dass auch ihre berufliche Zukunft im Weinbau liegen werde.

Nach Abitur und Studium der Betriebswirtschaft an der Hochschule Heilbronn sowie einem zweieinhalbjährigen Abstecher zur Bezirkskellerei Markgräflerland ist die ehemalige württembergische Weinprinzessin (2010/11) seit April 2017 im eigenen Obst- und Weinbaubetrieb in Lauffen tätig.

Einstieg in Männer-Domäne

Isabel Schley dagegen kommt von keinem Winzerhof; ihr Vater arbeitet auf dem Bauamt, die Mutter im Büro. „Aber ich habe die Nase, den Gaumen und den Spaß an der Vielfalt der Weine schon früh erkannt“, erklärt die 23-Jährige. Nach einem Praktikum beim Winzerverein Hagnau sei es für sie klar gewesen: „Ich will etwas Handwerkliches machen, ich werde Weinküferin.“ Und dies, obwohl das Küferhandwerk nach wie vor eine Männer-Domäne ist.

Den geliebten Bodensee hat sie der Liebe wegen verlassen. „Mein Freund wohnt in Asperg. Da habe ich mich hier umgesehen und zum Glück die Stelle gefunden“, erzählt die frühere Bodensee-Weinprinzessin.

Lauffen und Mundelsheim seien „andere Hausnummern“ als die Genossenschaften am Bodensee. Dort gehe der Verkauf hauptsächlich direkt über die Theke, die Katzenbeißer-WG sei jedoch in ganz Deutschland bekannt und präsent. Dementsprechend mache ihr die Herausforderung neue und auch junge Kunden zu gewinnen, enormen Spaß: „Ich fühle mich in unserem Team sehr wohl.“

Wie ihre Vergangenheit als Weinprinzessinnen, bei denen sie viele Menschen kennenlernen durften, teilen Julia Höllmüller und Isabel Schley auch die Erfahrung, Genossenschaften in den Weinanbaugebieten Baden und Württemberg kennengelernt zu haben. „Jede Genossenschaft setzt Dinge unterschiedlich um, lebt Genossenschaft anders. Doch schlussendlich setzt sich jeder mit den gleichen Herausforderungen auseinander und versucht, die richtigen Strategien zu finden“, konstatiert Julia Höllmüller. Qualitativ hält sie Genossenschaftsweine für „absolut konkurrenzfähig“, auch Württemberger Weine könnten mit internationalen Weinen „auf jeden Fall mithalten“.

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