Die Neckarwiese ist der einzige Ort, an dem die Walheimer noch direkten Zugang zum Neckar haben. Überall sonst sperrt die Fahrbahn der Bundesstraße 27 den Zugang zum Fluss. Entsprechend stolz waren die Walheimer und mit ihnen Bürgermeister Albrecht Dautel an der Spitze, als die neu gestaltete Wiese im Juli 2013 fertiggestellt und offiziell eingeweiht wurde. Rund 600.000 Euro hat es gekostet, eine Plattform über dem Fluss zu errichten, einen Kanuanleger und eine Slipanlage zu bauen, über die man Boote zu Wasser lassen kann, Spielgeräte aufzustellen und das Flussufer umzugestalten.

Drei Sommersaisons hat die Wiese jetzt hinter sich, und mittlerweile ist sie so beliebt und wird so häufig frequentiert, dass die Gemeinde sich jetzt zum Erlass einer Benutzungsordnung veranlasst sah. Sie regelt das Miteinander auf der Wiese, legt fest, von wem und wann die Wiese, Toiletten und Grillstellen gemietet werden können und was das kostet: Für Grillstelle und Toilette werden 25 Euro fällig, für die gesamte Wiese müssen 100 Euro bezahlt werden, beschloss der Gemeinderat.

Sogar ein Bußgeld in Höhe von bis zu 500 Euro wurde festgesetzt, sollte ein Benutzer Grillstelle oder Toiletten nicht sauber hinterlassen, mit Autos auf der Wiese fahren oder Abfall und Unrat abladen. Die Neckarwiese sei bisher uneingeschränkt öffentlich zugänglich, so der Bürgermeister, "das soll auch so bleiben". Die Einhaltung der Benutzungsordnung werde der Vollzugsdienst überwachen.

Konflikte, die eine solche Benutzungsordnung notwendig gemacht hätten, habe es auf der Neckarwiese zwar nicht gegeben, sagte Bürgermeister Albrecht Dautel auf Nachfrage der BZ. An manchen Sommerwochenenden jedoch liegen der Gemeinde mehrere Anfragen von Nutzern vor, deren Genehmigung jetzt geregelt sei. Die Anlegestelle werde vom Kanuverleiher "Die Zugvögel" aus Bietigheim-Bissingen genutzt. Kanufahrer legen deshalb sehr häufig in Walheim an. Regelmäßig kommen Gruppen im Kanu über den Fluss nach Walheim, sagte der Bürgermeister. Zum Zelten sei die Neckarwiese ebenfalls sehr beliebt, sogar Schulklassen hätten dort schon eine Woche verbracht. Auch für die Grillstelle wollte die Gemeinde Sicherheit schaffen, wer sie für welchem Zeitraum gemietet habe. Und unter den Fahrern von Wohnmobilen hat sich die Attraktivität des Platzes ebenfalls herumgesprochen. Sie sind immer häufiger auf der Neckarwiese zu sehen.

Der Fluss wird erlebbar

Kosten Die Umgestaltung der Neckarwiese, die im Juli 2013 eingeweiht wurde, hat etwa 600.000 Euro gekostet. Etwa 400.000 Euro davon kamen vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stuttgart, den Rest teilten sich die Gemeinde Walheim , das Land Baden-Württemberg und die Region Stuttgart.

Projekt Walheim reichte seine Bewerbung für das Projektkonzept beim Verband Region Stuttgart bereits im Jahr 2008 ein, ein Jahr später kam die Genehmigung. 2010 plante die Gemeinde Walheim schließlich zusammen mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt, das beim Projekt hauptsächlich für die Sanierung und Umgestaltung der Flachwasserzonen zuständig war, das konkrete Konzept.

Erlebnis Ziel des Projekts war es, den Fluss wieder erlebbar zu machen.