Wie cremig und geschmeidig ist ein Blütenhonig? Wie ist seine Konsistenz und wie hoch ist sein Wassergehalt? Dieser und anderen Fragen zur Qualität eines Honigs stellte sich der Bezirksverein für Bienenzucht Besigheim am Mittwoch bei einer Honigprobe. Ins Sportheim in Walheim auf der Burg hatten einige Mitglieder ihre eigenen Erzeugnisse mitgebracht. Jeder im Saal war eingeladen zu probieren, ob das Naturerzeugnis tatsächlich die Qualitätstandards erfüllt.

Der rund 150 Mitglieder starke Verein besteht aus Hobbyimkern, die für den Hausgebrauch  Honig erzeugen. „Wir haben nur einen Berufsimker in unseren Reihen und das ist Erich Schilling“, erzählt Wolfgang Mallin, der Vorsitzende. Doch an Teilnehmern für die Honigprobe mangelt es trotzdem nicht, denn nahezu alle Mitglieder produzieren ihren eigenen Honig und viele stellen ihn gerne einer Kennergemeinde vor. Fachsimpeln unter Gleichgesinnten wird großgeschrieben.

Das Augenmerk der Imker liegt dabei neben dem Geschmack hauptsächlich auf besagter Konsistenz. „Wenn ein Honig auskristallisiert, ist das ein Gütezeichen“, weiß Imker Thomas Pulli. Der Wassergehalt ist entscheidend. „Um ihn zu testen verwenden wir ein Refraktometer, dasselbe Gerät, mit dem der Winzer seine Öchslegrade misst“, erläutert er.

Als engagierter Imker stellt er einmal mehr die grundsätzliche Bedeutung des Honigs ins Zentrum. „Der Honig ist das wichtigste Produkt der Imkerei und zugleich das älteste Süßungsmittel“, betont er und weist darauf hin, dass mit jedem Glas heimischen Honigs auch die wichtige Bestäubungsleistung der  Bienen hier vor Ort gefördert wird.

20 verschiedene Honige von Vereinsmitgliedern standen zum Probieren und Bewerten an. Für Gesprächsstoff sorgten nicht nur Kriterien wie Konsistenz, Geschmack und Wassergehalt, sondern auch Dinge wie Etikettierung und das allgemeine Erscheinungsbild. „So sollte zum Beispiel der Wassergehalt des Honigs nach Vorgaben des Deutschen Imkerbundes (DIB) nicht über 18 Prozent liegen, da sonst die Gefahr des Vergärens besteht“, erklärt Pulli.

Wer Schaum im Honigglas sieht, der weiß auch als Amateur sofort, dass hier etwas faul ist, im wahrsten Wortsinn. „Ist Schaum im Glas, steigt die Gefahr des Vergärens“, bestätigt der Hobbyimker.

Die Sortenvielfalt machte die Honigprobe zum Geschmackserlebnis. Zum Schlecken und Probieren gab es den klassischen Blütenhonig, Waldhonig, Rapshonig, Tannenhonig, Linden- und Heidehonig. Auch ein exotischer Honig von Wildbienen aus Paraguay stand zum Probieren bereit. „Wir freuen uns, wenn ein Mitglied einen Honig aus dem Ausland mitbringt. Das sind dann unsere Exoten im Programm“, sagt Vorsitzender Wolfgang Mallin. „Allerdings war die diesjährige Honigernte aufgrund des zu kalten und feuchten Monats Mai sehr bescheiden, so dass in diesem Jahr so mancher Imker frühzeitig ausverkauft sein dürfte“, vermutet er.

Trotzdem testen die Mitglieder des Besigheimer Imkervereins mit allen Sinnen, vor allem aber mit der Zunge. „Das Mundempfinden ist ein entscheidendes Kriterium“, erklärt Mallin. „Mancher Honig zergeht im Mund. Bei anderen beißt man wie auf Zuckerkristalle und bei wieder anderen wird es unangenehm sandig im Mund“, erläutert Mallin.

Besonders auffallend im Geschmack sei der Heidehonig, und auch davon gab es ein Glas bei der Honigverkostung. „Der hat einen fein-herben Geschmack, fast schon bitter“, weiß Mallin. Getestet wird querbeet, ohne Punktevergabe. Interessant ist gerade der Blick über den Tellerrand hinaus in den Honigtopf des Kollegen. „Wir wollen natürlich Qualität erzeugen und dafür ist das gegenseitige Kritisieren und Beleuchten einfach wichtig“, betont Wolfgang Mallin.

Info Wer Interesse am Besigheimer Imkerverein hat, darf sich gerne mit Wolfgang Mallin (vorstand@bv-besigheim.de) oder Dorothea und Thomas Pulli (kasse@bv-besigheim.de) in Verbindung setzen.

www.bv-besigheim.de