672 Jungen und Mädchen sind im vergangenen Jahr an der Musikschule in Besigheim unterrichtet worden. Populäre Instrumente wie Klarinette (51 Schüler), Saxofon (39), Trompete (39) und der Spitzenreiter Klavier (80) werden ebenso im Steinhaus unterrichtet wie Exoten, darunter Tuba (4), Viola (5) oder Oboe (1). Für die beteiligten Kommunen Besigheim, Gemmrigheim und Walheim ist dies eine teure Angelegenheit. Knapp 250 Euro müssen sie pro Schüler zuschießen. Die Eltern wurden zuletzt zum 1. Oktober 2010 mit einer Gebührenerhöhung belastet. Eine Einzelstunde, wie sie etwa ein Viertel der Schüler erhält, kostet seitdem 96,50 Euro. In diesem Jahr bleiben die Eltern von Gebührenerhöhungen verschont.

Schulleiter Roland Haug, Lehrer für das Fach Trompete, hebt in seinem Bericht, den er heute Abend im Verwaltungsausschuss vorstellt, hervor, dass die Musikschule ihre Attraktivität "mit neuen Projekten und einem neuen Unterrichtsangebot" erneut steigern konnte. "Die öffentliche Präsentation und Darstellung war sehr gut", so Haug. Ein Beleg dafür ist die große Zahl von Veranstaltungen, die Lehrer und Schüler auch in diesem Jahr wieder musikalisch gestalteten. Seitenlang ist die Liste von Klassenvorspielen, Vernissagen, Konzerten, Festakten und Festen, bei denen Ensembles der Musikschule auftraten, darunter auch das Benefizkonzert für die Weihnachtsaktion "Menschen in Not" der Bietigheimer Zeitung am 25. November.

Viel Wert legt Musikschulleiter Roland Haug auf die Kooperation mit den Schulen und vor allem mit den Vereinen. Je zwei Bläserklassen gibt es an der Friedrich-Schelling-Schule in Besigheim und an den beiden Grundschulen in Walheim und Gemmrigheim. Am Besigheimer Gymnasium werden Schüler in zwei Streicherklassen unterrichtet. An der Realschule werden Schüler in Klasse 7 und 8 in chorischer Stimmbildung unterrichtet. "Musik erleben" nennt sich ein neuer Versuch in den beiden ersten Klassen der Walheimer Grundschule, eine Vorstufe zu den Bläserklassen der höheren Jahrgangsstufen.

Nicht weniger als 162 Musikschüler sind zugleich Mitglied in Musikvereinen oder Chören der drei beteiligten Kommunen. Der Unterricht, der in diesem Fall seitens der Stadt zu 25 Prozent gefördert wird, "wird von unseren Musikschullehrern im Sinne des Vereins" durchgeführt, betont Roland Haug in seinem Bericht. Die Musikschule bereitet auf die Lehrgänge der Vereine vor, studiert die Stücke ein, die in den Jugendkapellen gespielt werden und gestaltet den Unterricht insgesamt in enger Zusammenarbeit mit den Jugendleitern. Es gibt deshalb keine Reibungspunkte zwischen Musikschule und Vereinen, wie sie andernorts durchaus üblich seien, betont Haug. Im Gegenteil: Die Vereine werben für die Ausbildung an der Musikschule.