Besigheim Musik als gemeinsame Sprache

Bandleaderin Katy Linne aus den USA besuchte die Bläserklasse der Besigheimer Musikschule.
Bandleaderin Katy Linne aus den USA besuchte die Bläserklasse der Besigheimer Musikschule. © Foto: Musikschule
bz 16.08.2018

Eine Band-Direktorin und  gleich fünf Musiker des Ecuador Brass Ensembles waren jetzt zu Gast in den Bläserklassen der Musikschule Besigheim. Sie musizierten gemeinsam mit den jungen Musikern aus Besigheim und Umgebung. Zum wiederholten Mal haben damit internationale Musiker Station in der Musikschule Besigheim gemacht, stellt Stadtmusikdirektor Roland Haug in einer Mitteilung fest. „Das ist eine tolle Gelegenheit für unsere Schüler, um festzustellen, dass die Sprache der Musik auf der ganzen Welt verstanden wird“ sagte Haug.

Nach Erfahrungen Haugs aus den vergangenen Jahren freuen sich insbesondere die Schüler der Bläserklassen, wenn sie internationalen Besuch bekommen. So stand dieses Mal eine Unterrichtsbeteiligung der Band-Direktorin und Trompeterin Katy Linne aus den USA bei der Bläserklasse in Walheim auf dem Programm. Katy Linne war bereits mit den beiden Bands „Cadillac Kolstad“ und „Miss Myra and the Moonshiners“ in Besigheim und ließ es sich nicht nehmen, ihren Bläserklassen-Kollegen Michael Zeh mit seinen Schülern in deren Tutti-Stunde zu besuchen, als alle Schüler gemeinsam übten.

Alle Teilnehmer waren sehr gespannt, was Katy Linne mit ihnen wohl machen würde und ob sie überhaupt die amerikanische Sprache verstehen würden, teilt Haug mit. Alle Sorgen seien jedoch unbegründet gewesen, da Katy mit ihrer Trompete kam und die Jungen und Mädchen gleich feststellten, dass sie eine gemeinsame Sprache sprechen, die auf der ganzen Welt verstanden wird – die Sprache der Musik nämlich.

Musik und Muttersprache

So gestaltete sich die Tutti-Stunden mit Vor- und Nachspielen, und alle hatten großen Spaß daran sich gegenseitig Wörter der eigenen Muttersprache beizubringen, berichtet Haug. So lernte Katy den Vier-Viertel-Takt auf Deutsch zu zählen und die Schüler erfuhren wie ihr eigenes Instrument auf Englisch heißt.

Mit der Unterstützung von Michael Zeh am Euphonium wurde das Stück „Latin Magic“ gespielt, das Katy auch mit ihrem Bläserklassen-Kindern in Minessota einstudiert hat. Sichtlich stolz waren die Walheimer Bläserklassen-Kinder, als sie ein großes Lob von Katy Linne für ihren Ansatz und ihre saubere Tonbildung bekamen. Und Linne  freute sich auch über die Feststellung einer Musikerin, die am Ende der Stunde rief: „Wenn Katy Linne wieder kommt, dann lernen wir nicht nur Blasinstrumente sondern auch gleich noch Englisch!“.

Gleich fünf Musiker des Ecuardor Brass Ensemlbes und dessen Leiter Jorge Pachacama besuchten die  Bläserklasse von Jörg Weiß in Besigheim. Zunächst spielten sich die schwäbischen und südamerikanischen Musiker drei Stücke gegenseitig vor, die ihnen besonders gut gefallen. Dabei zeigten sich die Ecuadorianer sehr beeindruckt, welchen Leistungsstandard die jungen Musiker der Bläserklasse nach eineinhalb Jahren Unterricht erreicht haben.

Im Gegenzug waren die jungen Besigheimer sichtlich erstaunt, wie viele Noten auf ein Notenblatt passen, wenn siebenminütige Musikstücke von Ecuador Brass gespielt werden. Im Anschluss erzählten sich die jungen Musiker, wie die unterschiedlichen Ausbildungssysteme aufgebaut sind. Deutsche, englische und spanische Sätze klangen durch den großen Saal der Musikschule.

Mit Händen und Füßen

Manchmal gab es auch Gelächter wenn man sich bei der Verständigung mit Händen und Füßen weiterhelfen musste. Auch hier war schnell klar, dass Musik verbindet und ganz schnell Sprachbarrieren überwindet.

Der Höhepunkt der Unterrichtsstunde war ein Medley temperamentvoller südamerikanischer Melodien, die mit besonders viel Leidenschaft von den Ecuadorianern gespielt wurden. Jorge Pachacama gelang es bestens,  die Besigheimer Bläserklassenkinder zum Tanzen und Klatschen zu animieren. Und so war die Begeisterung groß, als es die Besigheimer mit Bravour schafften durch vier verschiedene Klatsch-Rhythmen einen tollen Percussion-Beitrag zu den Liedern „Brasil“, „Amor“ und „El Cumbanchero“ zu leisten.

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