Die Tourismuszahlen für Besigheim sehen prächtig aus: Rund 1000 Besucher mehr als noch vor einem Jahr kamen in die Stadt, was eine Steigerung von rund elf Prozent bedeutet. Auch deshalb erhält der Wohnmobilstellplatz sechs zusätzliche Stellplätze.

„Es ist für uns schon ein wichtiger Standort“, sagt Tourismusbeauftrage Nina Backes, die den Aufschwung der letzten Jahre begleitet hat. Der Trend gehe in Richtung Wohnmobile, was auch bei der letzten CMT-Messe mit einer Sonderausstellung deutlich wurde. Das zeige, dass der Markt weiter wachse, die Tendenz sei weiter steigend. Daher habe man sich auch dazu entschlossen, den Besigheimer Standort für Wohnmobile zu erweitern. „Wir erhoffen uns durch die Modernisierung eine bessere Auslastung“, sagte Backes. Doch seien Wohnmobil-Reisende schon anders als normale Touristen. Sie kämen oft spontan und seien viel beweglicher.

Beeinträchtigungen gab es durch die Bauarbeiten, die im Zuge der Maßnahmen an der Jahnstraße erfolgten. Nun liegt der Schotter, und es muss noch der Kurvenbereich asphaltiert werden. „Die Erweiterung ist jetzt weitgehend funktionsfähig“, so der stellvertretende Stadtbaumeister Stefan Maier. Es gab eine kurze Zufahrtsunterbrechung, und man müsse noch die Technik aufstellen, mit der bezahlt werden kann. „Die Tatsache, dass man noch nicht bezahlen kann, heißt nicht, dass man ihn nicht benutzen kann“, sagte Maier. Der Ordnungsdienst schaue einmal am Tag nach dem Rechten und habe auch Tickets.

Vor fünf Wochen habe man angefangen mit den Baumaßnahmen, seit einigen Tagen sei man fertig bis auf Restarbeiten. Die Skaterbahn wurde 20 Meter verlegt und bekommt noch Asphalt, der Fußweg unter dem Paul-Gerhardt-Haus wurde aufgrund des Felsens zu gefährlich und wird renaturiert. Künftig laufen die Fußgänger nördlich entlang des Bolzplatzes Richtung Altstadt, weil man in der Verkehrssicherungspflicht sei.

In Nachverhandlungen konnte man die Baufirma der Baustelle dafür gewinnen auch den Wohnmobilplatz mitzubauen. Wenn dort einmal Pause war und kurzfristig Material fehlte, wurde an den Stellplätzen eingeebnet und geschottert.

Fünf Euro soll ein Stellplatz in dieser Saison noch pro Tag kosten, eine moderate Erhöhung überlegt sich die Verwaltung fürs nächste Jahr. Dafür bekommen die Wohnmobil-Touristen Strom, Wasser, Abwasser und freies WLAN, das über Richtfunk vom Schochenturm kommt. Ansprechpartner gebe es im Bürgerbüro, ansonsten sei im Grunde alles selbsterklärend, so Maier. Aber wie kommen die Touristen am Platz an Informationen, Telefonnummern oder einen Stadtplan mit Sehenswürdigkeiten? „Ein Schild ist schnell aufgestellt“, sagt Maier, und über W-LAN seien ohnehin alle Infos schnell verfügbar.