Besigheim Marmelade für die Kunst

Die Stelen auf dem alten Friedhof in Besigheim wurden im Jahr 2013 als Kunstobjekte aufgestellt. Mittlerweile sind einige von ihnen sanierungsbedürftig.
Die Stelen auf dem alten Friedhof in Besigheim wurden im Jahr 2013 als Kunstobjekte aufgestellt. Mittlerweile sind einige von ihnen sanierungsbedürftig. © Foto: Helmut Pangerl
Susanne Yvette Walter 04.10.2018

Nach dem bewährten Muster der Ottmarsheimer Marmeladenbörse will die Ottmarsheimerin Katrin Held die Restaurierung maroder Stelen auf dem alten Friedhof in Besigheim subventionieren. Die 21 Stelen, Erinnerungssteine genannt, waren 2013 eigens für den alten Friedhof in Besigheim entwickelt und realisiert worden. „Nach fünf  Jahren ist es an der Zeit, Verwitterungsspuren an den im Freien installierten Kunstwerken entgegenzuwirken und einzelne Spuren von Vandalismus zu beseitigen“, findet Katrin Held.

 Schirmherren für das Gemeinschaftsprojekt der Steinmetz- und Steinbildhauerinnung Ludwigsburg-Böblingen-Rems-Murr waren im Jahr 2013 der damalige Dekan Martin Luscher und Bürgermeister Steffen Bühler. Bei einer Themenführung am 15. September, am Tag des Friedhofs, hatte die Gästeführerin bereits für ihr Projekt geworben. Damit die Stelen beim nächsten Tag des Friedhofs ausnahmslos wieder in ihrer ganzen Pracht glänzen, müssen sie nun „aufgehübscht“ werden. „Manche brauchen eine Politur. Andere sind teils zerstört“, erklärt Katrin Held. Davon seien auch Stelen betroffen, die sich mit dem Leben von Besigheimer Persönlichkeiten befassen.

Die erste Spende für die Renovierung habe sie bereits am Tag des Friedhofs eingenommen, erzählt Katrin Held. Damit nun die Restaurierung, die mindestens 50 Prozent der Besigheimer Friedhofsstelen betrifft, beginnen kann, soll der  Marmeladenverkauf beim Besigheimer „MarmeLädle“ ins Rollen kommen.  Es funktioniert nach folgendem Prinzip: Wer Übermengen an Früchten und selbst gemachten Marmeladen, Gelees und Kompott hat, kann sie bei Katrin Held abgeben und diese als „gute Gaben“ anderen Genießern zur Verfügung stellen. Mit der Weitergabe sollen Spenden in die Kasse kommen. „Jeder gibt, was er kann“, erklärt Katrin Held das Prinzip.

Ergänzt wird das „MarmeLädle“ durch Weinverkostungen aus einem Tafelschrank in Erinnerung an Präzeptor Mohr, „der in seinem Lehrmittelschrank in der Lateinschule neben seiner Kreide für die Wandtafel wohl auch eine Flasche Besigheimer Wurmberg zur gelegentlichen Stärkung aufbewahrte“, wie die Gästeführerin erzählt.

Obwohl es den Tag des Friedhofs wohl schon seit fast zwei Jahrzehnten gibt, wird der Anlass erst seit diesem Jahr auf dem alten Friedhof in Besigheim mit Inhalt gefüllt.  Ein Teil des Erlöses aus der Themenführung sei immer für den Erhalt der Stelen bestimmt, erklärt Katrin Held.

Info Das Besigheimer „MarmeLädle“ und der Tafelschrank werden den Besuchern des Besigheimer Weihnachtsmarkts am 8. und 9. Dezember. Katrin Held ist in Ottmarsheim zu erreichen unter  Telefon (07143) 5 88 32.

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