Besigheim Lust auf Ruhe und Abenteuer

Etwas versteckt unterhalb der Straße entlang Edeka liegt der alte Spielplatz an der Enz. Er muss dem neuen Parkhaus weichen. Für den neuen Spielplatz sammelte die Stadt jetzt Ideen. Foto: Martin Kalb
Etwas versteckt unterhalb der Straße entlang Edeka liegt der alte Spielplatz an der Enz. Er muss dem neuen Parkhaus weichen. Für den neuen Spielplatz sammelte die Stadt jetzt Ideen. Foto: Martin Kalb © Foto: Martin Kalb
Roland Willeke 24.07.2018

Im Zuge der Neugestaltung der Enzauen und der Anlage des so genannten Enzparks muss der Spielplatz an der Enz dem geplanten Parkhaus weichen. Ein paar Meter entfernt soll ein neuer Spielplatz gebaut werden, mit einer Fläche von 700 Quadratmetern; das entspricht der Stellfläche für 56 Pkw, wie Anika Brede, Projektleiterin beim Kölner Planungsbüro Club L94, erläuterte. Dazu soll es noch weitere Flächen geben, wie einen Jugendtreff, einen Bolzplatz oder eine freie Spielfläche. Die Planerin bezeichnete diese Spielflächen als „Satelliten“ des zentralen Spielplatzes.

Wie die große Spielfläche gestaltet werden soll, ist im Moment noch völlig offen. Erstmals wurden dazu die künftigen Nutzer des Spielplatzes, also Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrer, Erzieher und Elternvertreter befragt. Sie trafen sich alle im  Besigheimer Rathaus, um Ideen zu sammeln und festzuhalten.

Die meisten der anwesenden Kinder und Jugendlichen kamen aus der Friedrich-Schelling-Schule, wo Schulsozialarbeiter Joscha Weber und die Lehrerinnen heftig die Werbetrommel unter ihren Schülern gerührt hatten, sich an der Diskussion um den neuen Spielplatz aktiv zu beteiligen. Bemerkenswert selbstbewusst äußerten die Kids dann auch ihre Wünsche und füllten eifrig ihre Meinungskärtchen aus, die jetzt von Planerin Anika Brede ausgewertet werden.

Gewünscht wurden Klettermöglichkeiten, Schaukeln für jedes Alter und vor allem auch für Rollstuhlkinder und Spielmöglichkeiten am Wasser, beispielsweise durch große Wasserräder. Sie würden eine thematische Verbindung zu den Überresten der in der Nähe befindlichen Ernstschen Mühle schaffen. Deutlich wurde, dass es bisher in Besigheim zu wenig Spielmöglichkeiten gibt, die auch für etwas ältere Kinder und Jugendliche herausfordernd sind und ihrer Lust nach kleinen Abenteuern entgegenkommen. Ein Teilnehmer der Runde wünschte sich deshalb sogar ein fünf Meter hohes Klettergerüst.

Unter der Brücke über die Enz können sich die Planer den gewünschten Jugendtreff vorstellen. Aus Kreisen der Jugendlichen wurde hier eine Wand für Graffiti gewünscht, die von Zeit zu Zeit auch wieder übertüncht werden könnte, um neuen Phantasiewerken Platz zu machen.

Ganz praktische Dinge

Aber auch Rückzugsmöglichkeiten und Verstecke in Bäumen und Büschen hätten die Kids ganz gerne. Für Mamas und Papas oder die Großeltern fanden die Kinder wichtig, dass genügend Sitzgelegenheiten zur Verfügung stehen. Eine Bewirtung oder einen preisgünstigen Gertränkespender fanden sie auch nicht schlecht. Auch ganz praktische Dinge, wie eine Toilette, wurden vorgeschlagen, wobei die Kinder sich auch Gedanken machten, wie man eine solche Einrichtung vor Vandalismus schützen könnte.

Anika Brede fasste die Ergebnisse unter den Stichworten Holz als von den Kindern bevorzugten Werkstoff, Wasser, Inklusion und naturnahe Gestaltung zusammen. Sie wird jetzt die Kinderwünsche in ihren Plan integrieren. Voraussichtlich im Oktober, so Bürgermeister Steffen Bühler, soll die Runde der Kinderexperten wieder zusammenkommen, um über das dann vorliegende Konzept zu diskutieren.

Der aktuelle Planungsstand wird vorgestellt

Mit dem aktuellen Planungsstand zum Enzpark will sich der Gemeinderat an diesem Dienstag,  24. Juli, befassen. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr in der Stadthalle Alte Kelter Besigheim. Nachdem inzwischen ausschreibungsreife Pläne für das Parkhaus, den Mühlensteg mit Anschluss an die neue Enzbrücke sowie die neue Radwegführung vorliegen, soll nun als nächster Planungsschritt die Gestaltung des Südparks mit verschiedenen Pflanz- u. Spielbereichen sowie die Anlage von Blumenwiesen folgen. Landschaftsarchitektin Annika Brede vom Büro Club L94 wird in der Sitzung die Entwurfsplanung für den Südpark vorstellen.

Bereits ab 17 Uhr besteht die Gelegenheit, sich über den momentanen Planungsstand zu informieren. Die Fachleute der Stadtverwaltung stehen zusammen mit den Planern für  Erläuterungen zur Verfügung.

Inzwischen wurde auch vor dem ehemaligen Mühlengrundstück auf der Westseite der Enz ein Schaugerüst aufgestellt, das den Verlauf der Rampe für die Fuß- und Radwegbrücke über die Enz andeutet, teilt die Stadt mit. bz

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