Krippenhaus Lösung für die Kinderkrippe

Die Betreuungsplätze im Kindergarten Lerchenweg reichen nicht mehr aus.
Die Betreuungsplätze im Kindergarten Lerchenweg reichen nicht mehr aus. © Foto: Helmut Pangerl
Walheim / Von Roland Willeke 25.08.2018

Wie berichtet, ist die Spekulation der Gemeinde, das Kinderkrippenhaus beim Lerchenweg-Kindergarten im Zuge einer Generalunternehmer-Ausschreibung billiger zu bekommen, nicht aufgegangen. Im Herbst 2017 war eine Ausschreibung von Einzelgewerken gescheitert, weil sie mit Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro um 35 Prozent über der vom Gemeinderat akzeptierten Schmerzgrenze von 1,125 Millionen Euro lag. Entgegen der Empfehlung des damaligen Bürgermeisters Albrecht Dautel und des Architekten Christoph Hüttel von den Ludwigsburger HHL-Architekten (Hein, Hüttel, Lindenberger) kippte eine knappe Mehrheit die Ausschreibung.

Um die Jahreswende ploppte die Option auf, für Gesamtkosten von rund einer halben Million Euro einen gebrauchten, aber wieder aufbereiteten Container-Kindergarten installieren zu können, setzte man alle Hoffnung darauf, mit Hilfe eines Generalunternehmers eine preiswertere Lösung als die zuletzt angebotenen 1,6 Millionen Euro zu bekommen.

„Es war eine Fehleinschätzung“, räumte Wilhelm Weiss, der als stellvertretender Bürgermeister bis zum Amtsantritt der neu gewählten Bürgermeisterin Tatjana Scheerle in Walheim die Geschäfte führt, zu Beginn der letzten Gemeinderatssitzung ein. Die Entwicklung der Preise sei nicht vorhersehbar gewesen.

Die Gemeindeverwaltung konnte ihre Bedarfszahlen noch einmal überdenken, mit dem Ergebnis, dass es wohl besser wäre, gleich ein Krippenhaus für drei Gruppen, das entspricht 30 Kindern, zu bauen, und die bisher verfolgte Lösung zu verwerfen.

In einer Ausschreibung unter sieben Fachfirmen gab nur die Kornwestheimer Firma Holzbau Muny GmbH ein Angebot über einen zweizügigen Kindergarten für 1,5 Millionen Euro und einen dreizügigen Kindergarten für zwei Millionen Euro ab. Mit den Nebenkosten und noch nicht ausgeschriebenen Leistungen, wie Küche, Innenausstattung und Außenanlagen, ergibt das Gesamtkosten von 1,94 Millionen Euro für ein zweizügiges Krippenhaus und 2,5 Millionen Euro für eine Krippe mit drei Gruppen.

Angesichts der neuen Überlegungen, die darauf beruhen, dass ein Krippenhaus mit zwei Gruppen bereits heute fast ausgebucht wäre und, dass in Walheim weiter gebaut wird, riet Architekt Christoph Hüttel dringend, gleich ein Gebäude für drei Gruppen zu erstellen: „So preisgünstig bekommen Sie das mit Sicherheit nicht mehr“. Bei einer späteren Ergänzung sei bereits für die Baustelleneinrichtung direkt am Baumbach mit Kosten im sechsstelligen Bereich zu rechnen.

Der Architekt zeigte sich erleichtert, dass mit der Kornwestheimer Schreinerei ein bekannt zuverlässiger Anbieter auf die Ausschreibung reagiert habe. Allerdings hat sich der Betrieb ausbedungen, für die Ausführung zwei Monate länger als vom Architekten geplant, zur Verfügung zu haben. So könnte ein zweizügiges Krippenhaus frühestens  Ende September 2019 fertig sein, und die dreizügige Lösung Ende Oktober 2019.

Einsparpotenziale entdeckt

Einsparpotenziale entdeckte der Architekt dann doch noch. So wird die Fassade aus einer Nut- und Federschalung mit sibirischer Lärche bestehen, was eine Ersparnis von rund 10 000 Euro bringen soll. Der Verzicht auf eine große Glaswand im Innern und eine Änderung der Fassadenkonstruktion sollen weitere 32 000 Euro einsparen. Bei den Außenanlagen, die auf 125 000 Euro bei der dreizügigen Lösung taxiert werden, hofft man auf die tätige Mitarbeit des Walheimer Bauhofs.

Mit acht zu zwei Stimmen votierte der Gemeinderat für die dreizügige Lösung. Jetzt muss noch rasch der Bebauungsplan geändert werden, da die Krippe mit drei Gruppen die bisherige Baulinie überschreiten wird.

Der scheidende Kämmerer Jürgen Bothner bestätigte das Projekt sei für die Gemeinde Walheim mit einer entsprechenden Kreditaufnahme machbar. Anträge für Mittel aus der Fachförderung (120 000 Euro) und des Ausgleichstocks (350 000 Euro) laufen bereits oder werden im Frühjahr erneuert. Wilhelm Weiss hob hervor, dass ihm die Kinderbetreuung sehr am Herzen liege und dass man dafür auch viel Geld in die Hand nehmen wolle: „Wir stehen hinter den Kindern, ihren Eltern und den Erzieherinnen.“

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