Nicht zu viel und nicht zu wenig: Die Beleuchtung des Enzparks und des neuen Parkhauses ist ein sensibles Thema und soll nicht nur am grünen Tisch entscheiden werden.

Bei der Bürgerfragestunde wurden wieder die Stühle knapp. Den Bürgern ist der Enzpark vor der historischen Kulisse Besigheims wichtig und sie meldeten sich wieder ausführlich zu Wort. In Zeiten des Klimawandels sei es nicht sinnvoll überhaupt ein Parkhaus zu bauen, erklärte eine Bürgerin. Das Parkhaus bringe keine Verbesserungen und die Kosten liefen gegenüber den Schätzungen vor zwei Jahren aus dem Ruder, war ebenso zu hören. Wie es mit Dauerparkplätzen für Anwohner aussehe, wollte ein weiterer Bürger wissen. Bürgermeister Steffen Bühler verwies auf die erweiterten Planungen und allgemeine Baukostensteigerungen, die für Verteuerung sorgten. Angedacht sei ein Preis von zehn Cent pro Stunde und es gebe durchaus Überlegungen für Dauerparker. Dafür will man aber zunächst die Probephase des Parkkonzepts an der Enz abwarten.

Ruhig und gleich beleuchtet

Wie  nun die Wege und das Parkhaus beleuchtet werden sollen, stellte Christiane Sander vom Stuttgarter Büro sbp auf der Sitzung vor. „Ein relativ ruhiges, gleich beleuchtetes Wegenetz“ will sie erreichen, mit technischen Leuchten, die auch am Brückengeländer und auf dem Parkhaus für Licht sorgen. Die Treppe am Brückenkopf soll einen beleuchteten Handlauf bekommen, der weit auf die Treppe abstrahlt und für Sicherheit sorgt.

Auch für das schwierige Thema Parkhaus, wo zunächst hohe Lichtmasten stehen sollten, fand sie eine Lösung. Hier sollen vier Stahlseile auf den oberen Parkdecks gespannt werden, an denen Doppelleuchten befestigt sind und unauffälliger wirken. Ihre vier untersuchten Leuchtenmodelle wurden auf der Sitzung leider nicht gezeigt, was nicht jedem Rat gefiel. Ulrich Gerstetter (CDU) bemängelte dies ebenso wie den fehlenden Kostenvergleich unter den Modellen. „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“, formulierte Helmut Fischer (BMU) seine Vorstellung der Beleuchtung, die er durch die vorgestellte Variante erfüllt sah. Sein Vorschlag, auch das Mühleneck oder das Mühlrad zu beleuchten, wurde aufgenommen. Auch Adolf Eisenmann von den Freien Wählern zeigte sich zufrieden mit dem Konzept, weil die Anregungen umgesetzt wurden. Eine grundsätzliche Entscheidung sprach Hansjörg Kollar vom BMU an. Ob die Leuchten Bewegungsmelder bekommen oder die ganze Nacht brennen sollten und wie es dann mit ihrer Ökobilanz aussehe, fragte er im Gremium. Ein ständiges Aus- und Angehen von Lampen konnte sich Thomas Herbst (FDP/FWV) nicht vorstellen. Auch für die dazu benötigten Bewegungsmelder waren die Kosten auf der Sitzung nicht klar.

Eine Frage der Steuerung

Alles sei eine Frage der Steuerung, so Planerin Sander. Man könne das Licht permanent dimmen oder auch stundenweise nachts ausschalten, was sich auf die Ökobilanz auswirke. Einhellige Zustimmung fand ihr Vorschlag, auf die Lichtmasten auf dem Parkhaus zu verzichten und das ausgewählte Modell der Firma Trilux, eine horizontale Lichtscheibe an einem Gelenk, zu verwenden. Sie schlug vor, dies und ein zweites Modell an Ort und Stelle einmal anzusehen, wofür die Verwaltung einen Termin finden will. Dieser sei in der Kostenschätzung sicher noch enthalten. Sie beläuft sich mit Baunebenkosten auf rund 330 000 Euro brutto und betrifft lediglich den südlichen Park. Auf der anderen Enzseite soll es bei der bewährten Beleuchtung bleiben.

Vergeben wurde auf der Sitzung auch der Bau des Parkhauses, das in der letzten Woche vorberaten worden war (die BZ berichtete). Bei einer Enthaltung stimmte der Rat für den Entwurf der Firma Goldbeck, Stuttgart, zum Angebotspreis von 2,85 Millionen Euro netto.