Bönnigheim Laubbäume schützen vor der Gefahr des Waldbrandes

Eichen im Wald von Bönnigheim. Der hohe Bestand an Laubbäumen bietet einen gewissen Schutz vor dem Waldbrand. Grillen ist vorsichtshalber trotzdem verboten.
Eichen im Wald von Bönnigheim. Der hohe Bestand an Laubbäumen bietet einen gewissen Schutz vor dem Waldbrand. Grillen ist vorsichtshalber trotzdem verboten. © Foto: Helmut Pangerl
Uwe Deecke 08.08.2018

Die Waldbrandgefahr steigt und die Kommunen reagieren. Nach Besigheim und Löchgau hat auch die Stadt Bönnigheim die Nutzung von Grillstellen untersagt. An der Florianshütte, der Pfeiferhütte und am Krappenberg ist die Benutzung der Grillstellen bereits verboten (die BZ berichtete), denn zu groß ist die Gefahr, dass durch Funkenflug ein Brand ausbricht. „Wir haben die Grillstellen mit Band abgesperrt und das Verbot mit einem Aushang sichtbar gemacht“, sagte Kämmerer German Thüry im Gespräch mit der BZ. Diese Woche wurde das Verbot noch im Nachrichtenblatt veröffentlicht, das auf unbestimmte Zeit gelten soll. Dass man hier im Wald auch nicht rauchen oder Glasscherben hinterlassen sollte, dürfte jedem klar sein. „Das ist gesunder Menschenverstand“, so Thüry.

Auch im waldreichen Löchgau ist die öffentliche Grillstelle geschlossen. Hier gab es im nördlichen Landkreis in den 70er-Jahren einen großen Waldbrand auf der Höhe zwischen Walheim und Löchgau, seitdem ist die Region von großen Bränden verschont geblieben. „Wir haben uns mit dem Revierförster in Verbindung gesetzt und gefragt, ob es notwendig ist“, erklärte Bürgermeister Robert Feil auf Anfrage der BZ. Die Grillstelle sei nun vorübergehend gesperrt, solange die Wettersituation so bleibt. Auch in Besigheim gilt das Verbot, das von den Forstmitarbeitern auch kontrolliert und bei Missachtung zur Anzeige gebracht wird.

„Wir hatten 2015 ähnliche Verhältnisse“, sagt der Besigheimer Revierförster Bernd Renner, der auch für Löchgau zuständig ist. 2003 sei es noch viel schlimmer gewesen, als es sehr lange Zeit nicht geregnet habe. Die beiden Niederschläge um Bönnigheim herum, die auch Hagel brachten, hätten immerhin etwas Feuchtigkeit gebracht, um Vaihingen herum sei es deutlich trockener im Wald.

Doch Wald ist nicht gleich Wald, stellt der Förster klar. Während es in Brandenburg fast nur Nadelwälder gebe, sei die Situation hier ganz anders. Dort seien es trockene Kiefernnadeln am Boden, die leicht zu einem Waldbrand führen, was hier kaum möglich sei. „Wir haben keine Wälder mit dieser Waldbrandgefahr, weil wir Laubwälder haben“, so Renner, vor den Bäumen gebe es viel Vegetation statt Kiefernadeln. Im Vergleich dazu sei die Gefahr eines Feuers im Wald eher gering. Feueranfällige Kiefern und Fichten seien in der Region die Ausnahme.  Renner erinnert sich aber auch an den Brand in den 70er-Jahren, als im Walheimer Wald Richtung Löchgau  Mammutbäume Feuer fingen.

Bei der Löchgauer Feuerwehr wurde bereits geübt, wie ein  Waldbrand bekämpft wird. Ein kleines Feuer musste gelöscht werden, das damals bei der Borkenkäferbekämpfung kontrolliert brannte. Die Löschstrecken seien von der Feuerwehr nicht machbar, sagt Kommandant Oliver Siegel, mehr als einen Kilometer könne man mit Schläuchen nicht herstellen. „Wir werden bei solchen Aktionen Landwirte aktivieren, die auf ihren Anhänger 6000 bis 8000 Liter Wasser transportieren“, so Siegel. Das seien aktive oder ehemalige Mitglieder der Feuerwehr, die dann mit solchen Wassermengen zügig vor Ort sein können. Auch Siegel hofft, dass es bald wieder mal richtig regnet, und für diese Woche sieht es dafür nicht so schlecht aus.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel