Besigheim Kunstsommer setzte Akzente

Finissage des Besigheimer Kunstsommers in der VR-Bank: Die Holzskulpturen von Alfons Wiest widmen sich dem Thema Transparenz, Materialität und Immaterialität
Finissage des Besigheimer Kunstsommers in der VR-Bank: Die Holzskulpturen von Alfons Wiest widmen sich dem Thema Transparenz, Materialität und Immaterialität © Foto: Helmut Pangerl
Von Susanne Yvette Walter 14.09.2018

Mit einer musikalischen Feierstunde in der Besigheimer VR-Bank endete am Donnerstag der Besigheimer Kultursommer 2018, der wochenlang Werke von Besigheimer Künstlern ins sommerliche Licht gesetzt hatte.

Seit der Eröffnung im Juli haben hunderte von Besuchern die Arbeiten von Elke Gärtner, Angelika Lill-Pirrung, Margarete und Martin Saradeth, Margit Stäbler-Nicolai und Alfons Wiest auf sich wirken lassen. Die VR-Bank gehörte wegen ihrer hellen kundenfreundlichen Räumlichkeiten auch diesmal wieder zu den Ausstellungsorten, wo Ausstellungsbesucher teils zufällig beim Erledigen ihrer Bankgeschäfte über die künstlerischen Arbeiten gestolpert sind und mit ihren Augen am einen oder anderen Kunstwerk hängen geblieben sind. „Viele kamen in den letzten Wochen aber auch gezielt zu uns, um sich die Arbeiten anzusehen“, erzählt der Regionaldirektor der Bank Matthias Hönnige in der Schalterhalle, wo am Donnerstagabend Schüler der Besigheimer Musikschule einen klangvollen musikalischen Rahmen schufen. Die Musikschule hatte ein Gitarrenquartett unter der Leitung von Fabio Pereira zur Vernissage gesendet, das von Folkmelodien über einen Beatles-Klassiker schließlich bei Tango-König Astor Piazzola ankam – ein feuriger Ausklang.

Lange Tradition als Kunststadt

Zur Finissage war neben fast allen ausstellenden Künstlern und Besuchern auch Bürgermeister Steffen Bühler gekommen. Er zog noch einmal Bilanz zu den letzten Wochen. Zwischen zwei Wassern liegt Besigheim, und diese Wasser stehen symbolisch auch für die Transparenz, die man im Städtle spüren soll und die Motto der Ausstellung war.

Bühler dankte noch einmal allen Künstlern für ihre „Bereitschaft, Transparenz zu zeigen und mutig Arbeiten an die Öffentlichkeit zu tragen, die auch Diskussionsstoff boten. Bühler erinnerte zum Beispiel an so augenfällige Arbeiten wie die Skulptur „La Toretta“ und die Installation „Zeitreisen“. Er sprach das „Werkstattfenster mit Aussicht“ an und hob vor allem auf die „Kleidersammlung“ ab, die auch deshalb für Gesprächsstoff sorgte, weil aus der Sammlung eine Uniform wohl gestohlen wurde. „Ob sie wieder aufgetaucht ist“, ist bisher nicht bekannt“, erklärte Bühler den Zuhörern.

Auch einige Holzskulpturen trugen zur „Transparenz“ der Ausstellung bei. „Sinn und Zweck des Besigheimer Kunstsommers sind genau die Gespräche, die spontan vor den Arbeiten geführt werden. Hier wird bewertet und reflektiert. Der Kunstsommer gibt uns als traditionsreicher Kunststadt immer wieder die Möglichkeit, uns von dieser Seite zu präsentieren. Er ermöglicht darüber hinaus Besigheimer Künstlern, an die Öffentlichkeit zu treten.“

Die Räume in der Besigheimer Bank seien in ihrer hellen Freundlichkeit optimal für Ausstellungen wie diese. „Im Besigheimer Rathaus ist es dunkel, ganz wie es dem Baustil in den 70er- und 80er-Jahren entsprach. Wir versuchen schon mit der Akzentuierung durch Licht dieses dunkle Ambiente aufzubrechen, aber es gelingt nur teilweise“, erklärt der Besigheimer Schultes.

Bei der Finissage ging Bühler noch einmal auf die Vielschichtigkeit der Ausstellung ein und hoffte scherzhaft mit einem Gläschen Sekt für die Künstler, deren Fantasie anzuregen und ihnen Lust zu machen, sich weiterhin mit ihren Arbeiten in Besigheim zu präsentieren. „Neben dem Kultursommer gibt es auch immer wieder die Möglichkeit, an anderen Orten in Besigheim, auch im Rathaus auszustellen“, machte der Bürgermeister Appetit. Das Motto der Transparenz hatte zumindest vielseitige Blüten getrieben.

Das motiviert Bühler und seine Mitarbeiter in der Verwaltung, an diesem Konzept dranzubleiben. Auch in kommenden Jahren soll es wohl wieder einen Kultursommer geben. „Es waren wirklich tolle Eyecatcher dabei“, bringt es auch Regionaldirektor Matthias Hönnige auf den Punkt.

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