Das Türschild ist schon angebracht: In großen Lettern – vertikal, entgegen der Leserichtung – prangt der Schriftzug „Das Bricklebrit“ neben der Eingangstür des Kleintierzüchterheims am Dammweg 23, dem neuen Domizil des Walheimer Kulturprojekts.

Drinnen, wo künftig statt Hasenbraten Kultur konsumiert werden soll, sieht es indes noch wüst und leer aus. Die beiden Säle sind ausgeräumt, in einer Ecke ist die geplante Bühne im Aufbau. Das Namensgebende Holzstück für die neue „Bühne unterm Balken“ fehlt aber noch. Bis zur Eröffnung in drei Wochen müssen noch zwei Wände entfernt werden, um die bisherigen beiden Gasträume zu einem Saal für rund 100 bis 120 Personen werden zu lassen.

Sportlich, aber machbar

Für Jürgen Kunz, Initiator des Bricklebrit, ist es eine durchaus realistische Perspektive, dass hier in drei Wochen Kabarettisten, Chansonniers und andere Kleinkünstler auf der Bühne stehen werden. „Der Terminplan ist sportlich“, räumt er ein, gibt sich aber optimistisch. Und auch die Walheimerin Architektin Heike Fetzer, die das Bricklebrit in Fragen der Architektur unterstützt, lässt keine Zweifel an der Durchführbarkeit erkennen.

Wie berichtet, gibt das Bricklebrit seine bisherige Heimat im ehemaligen Feuerwehrhaus, der Walheimer Kelter, auf. Die GeWalheim hatte der Kulturinitiative den Spielbetrieb im Obergeschoss, wo früher die Feuerwehr ihre Versammlungen abhielt, aus Brandschutzgründen verboten.

Rettung kam von Seiten der Kleintierzüchter. Den Vereinsmitgliedern war es immer schwerer gefallen, das Haus sinnvoll zu bewirtschaften. Die Grundlage bildet ein Mietvertrag über fünf Jahre. „Eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, resümiert Jürgen Kunz, der zusammen mit Tünde Zizic im Cafe Bricklebrit mehr als 50 Veranstaltungen und ebenso viele Mitmachabende auf die Beine gestellt hat.

Mit dem neuen Domizil gibt es auch einen neuen Namen. Man firmiert jetzt unter „Das Bricklebrit“ und verzichtet auf den Zusatz „Café“. Der hatte ohnehin bisweilen für Irritationen unter auswärtigen Besuchern geführt, die ein täglich geöffnetes Café vermuteten.

„Das Bricklebrit e.V. – 1. Mundart-, Lieder- und Geschichtenhaus“ - heißt auch der Verein, der am Samstag gegründet wurde, um dem Projekt einen neuen rechtlichen Rahmen zu geben. Die acht Gründungsmitglieder wählten Jürgen Kunz zum Vorsitzenden und Dieter Bröckel, bekannt als Chocolatier und Discjockey der Vinyl-Abende, zum Stellvertreter. Zum Schriftführer wurde Martin Hein gewählt und Krystyna Schmierer wird Schatzmeisterin.

Die Kasse ist im Moment der Vereinsgründung naturgemäß noch ziemlich leer. Man hofft, dass sich das in den nächsten Wochen durch den Beitritt zahlreicher Mitglieder ändern wird, die sich vom Motto des neuen Bricklebrit - „Kultur macht glücklich. Bei uns finden sie dieses Glück“ – überzeugen lassen. Privatpersonen zahlen einen Mitgliedsbeitrag von 40 Euro im Jahr. Firmen und Institutionen wird eine Fördermitgliedschaft für 250 Euro angeboten. Dafür dürfen sie sich bei ihren Marketingprojekten auch als „Förderer des Kulturprojekts ‚Das Bricklebrit’“ hervortun.

Der Vorstand wird durch drei Beisitzer komplettiert, deren Positionen von Tünde Zizic, Heike Fetzer und Andrea Riedmayer eingenommen werden. Die Gründungsversammlung bestellte außerdem für die kommenden vier Jahre Jürgen Kunz zum Veranstaltungsleiter und Tünde Zizic auf drei Jahre zur Gastronomieleiterin.

Info Auch die Internetseite hat sich mit der Vereinsgründung geändert.

www.das-brickelbrit.de