Draußen herrscht regnerisches Aprilwetter, drinnen in der Stadtkelter geht die Sonne auf - zumindest musikalisch an der Copacabana. Das Kreisjugend-Orchester Ludwigsburg (KJO) probt übers Wochenende für die große Musical-Gala 2013, die am Freitag, 10. Mai, im Forum in Ludwigsburg Premiere hat.

Im großen Kreis sitzen die 14- bis 21-jährigen Jugendlichen zusammen und konzentrieren sich auf die Anweisungen von Stadtmusikdirektor Roland Haug, der immer wieder korrigiert, lobt, anspornt: "Das ist Samba, immer flott nach vorne spielen...eins, zwei, drei..." Das Orchester ist mit Spaß und Motivation dabei. Es ist nicht einfach, immer alle Musiker gleichzeitig zur Probe zu bekommen, denn alle spielen auch noch in ihren Heimatvereinen. Aber ganz nach dem Motto von Roland Haug: "Besser eine halbe Probe als gar keine" schaffen es doch alle irgendwie, immer dabei zu sein.

Für Sofie Scholl (15), Felix Borkhardt (16) und Mona Hüneborg (22) ist ganz klar, warum sie vier bis sechs Stunden pro Tag am Wochenende mit dem Orchester proben. "Hier sind alles junge Leute, es entstehen neue Freundschaften, und man kann viel lernen", so Sofie. Einig sind sie sich auch darin, dass "der Herr Haug das richtig gut macht mit den Proben". Felix, der Klarinette spielt, mag, dass das Orchester so groß ist. Sofie und Mona spielen beide das Euphonium, ein für Mädchen eher ungewöhnliches Instrument. Es ist etwas kleiner als eine Tuba und zeichnet sich dadurch aus, dass es in den Tonlagen sowohl ganz tief und weich als auch hoch und hell klingen kann. "Bei uns spielen nur Mädchen dieses Instrument, das gibt es sonst eigentlich nicht, weil es eher ein Männerinstrument ist", meint Mona.

Alle drei freuen sich auf die Musical-Gala, die vor allem wegen der Mitwirkung der Solisten Kevin Tarte, Kaatje Dierks, Kristin Hölck und Kasper Holmboe etwas Besonderes ist. "Man muss vor allem auf den Dirigenten achten, nicht auf den Sänger", sagt Mona, "das ist anfangs schon eine Umstellung, weil man immer automatisch zum Sänger schauen und sich nach ihm richten will. Aber der Dirigent gibt den Ton an." Sie findet es "toll, dass es diese Zusammenarbeit gibt, denn mit ganz großem Orchester wirkt und klingt so ein Musicalsong gleich ganz anders."

In dem neuen Programm gehört für Mona der "Tanz der Vampire" zu den absoluten Favoriten. Sofie freut sich dagegen auf die Abba-Songs: "Die ziehen einen voll mit. Das selbst spielen zu können, macht total Spaß." Sofie, Felix und Mona finden es gut, dass ihr Orchester und ihre Musik durch so eine Musical-Gala auch aufgewertet und ernst genommen werden. "Wir sind eben nicht so eine Humba-Kapelle, sondern ein sinfonisches Blasorchester", meint Felix. Und dann wollen sie auch wieder zu den anderen im Saal, um mit Spaß gemeinsam weiter zu proben.