Gemmrigheim Kraft und Rhythmus sind entscheidend

Der alte und der neue Weltmeister im Wengerträtschen: Lokalmatador Ottmar Seiz aus Gemmrigheim.
Der alte und der neue Weltmeister im Wengerträtschen: Lokalmatador Ottmar Seiz aus Gemmrigheim. © Foto: Uwe Deecke
Von 10.09.2018

Die Weltmeisterschaft im Wengert­rätschen findet nur hier statt: in Gemmrigheim. Und es gab auch diesmal ein illustres Teilnehmerfeld, das sich am Sonntag einer fachkundigen und erprobten Jury aus Musik-, Wein- und Wirtschaftskompetenz stellte. Der Sieger war am Ende ein alter Bekannter. Die Jugendwertung gewann Janina Eisenmann, Sieger bei den Frauen wurde Sylvia Haak.

Man muss von Musik keine Ahnung haben, aber Rhythmusverständnis habe ich“, erklärte Götz Reustle, Vorsitzender der Felsengartenkellei, der zusammen mit Siggi Mayer von den Hessigheimer Winzern die Weinkompetenz verkörperte. Am Jurytisch saßen noch Landrat Fabian Gramling, CDU-Kreisrat Erich Zucker, MV-Dirigentin Sandra Kaltenbrunn sowie Renata Pultineviciene, die die Bläserklasse im Musikverein leitet. Sie vergaben Punkte von eins bis sechs und bestimmten so am Ende den neuen Weltmeister aus den Reihen der Teilnehmer. Das war erneut Lokalmatador Ottmar Seiz aus Gemmrigheim.

Punkt 15.30 Uhr war es dann so weit: Michael Lessow vom Musikverein moderierte die Veranstaltung, die als origineller Höhepunkt im Gemmrigheimer Herbst zur Tradition geworden ist. Die Wengerschützen hatten damals viel Zeit, erklärte er, und diese hätten sie sich damit vertrieben, eigene Rhythmen zu erfinden. „Wir haben die Tradition aufgegriffen und die besten Rätscher des Landes zusammengerufen“, betonte Lessow. Nicht zugelassen seien E-Rätschen sowie alle unerlaubten baulichen Veränderungen an den Rätschen, die der Tradition entgegenstehen.

Der Wettkampf begann mit zwei Jugendlichen, die mit weniger schweren Rätschen ihren Beitrag leisteten. Das Frauenfeld bestand aus fünf Teilnehmerinnen, die sich verschiedene Rhyhmen ausgedacht hatten. Mit dabei auch eine Brasilianerin der „Weinkultur“ aus Dürrenzimmern, die im Team schon zum zehnten Mal beim Cup teilnahm.

Vorjahresweltmeister Ottmar Seiz aus Gemmrigheim lieferte bei den Herren einen ebenso guten Beitrag wie Roland Gorthner aus Dürrenzimmern, der im klassischen Wengerter-Outfit die Rätsche schwang. Den Abschluss machte die Gemmrigheimer Spaß-Gruppe „Rocky Kids“ mit einer Rätschen-Performance zu „Eye of the Tiger“.

23 Stunden Blasmusik

Auf 23 Stunden Blasmusik komme der umrahmende Gemmrigheimer Herbst, da biete der Rätschencup auch eine schöne Abwechslung, sagte Bürgermeister Jörg Frauhammer, immer noch Vorsitzender des Musikvereins.

Der Samstag begann mit dem traditionellen Fassanstich, zur Blasmusik mit dem Musikverein Gemmrigheim gab es dann für alle Anwesenden „Viertele“ gratis, solange bis das Fass leer war. Anschließend spielten der Musikverein Rebstein bei St. Gallen in der Schweiz. Später fand der Laternenumzug durch Gemmrigheim statt, wo man das Blasorchester zusammen mit dem Musikernachwuchs aus der Jugendkapelle erleben konnte. Den weiteren Abend gestalteten der Musikverein aus Walheim und danach der MV Gemmrigheim. Der Sonntag begann mit dem Zelt-Gottesdienst, anschließend spielten die Musikfreunde aus Mundelsheim zum Frühschoppen. Die Jugendkapelle des Musikvereins Gemmrigheim und die Music-Kids waren vor dem Rätschencup am Sonntag an der Reihe, danach kam der Musikverein Ochsenbach auf die Bühne.

An diesem Montag geht es weiter: Um 18 Uhr, spielt zunächst der Musikverein Auenstein, gegen 19 Uhr ist ein „Abend der Vereine“ geplant. Zum Festausklang kommen die Musiker aus Hessigheim auf die Bühne.

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