Insgesamt 53 Jungen und Mädchen aus dem Kreis Ludwigsburg formierten sich unter den Händen des Besigheimer Stadtmusikdirektors Roland Haug zu einem starken Bläserensemble, das gemeinsam den D2-Lehrgang erlebte mit allem, was dazugehört: Funkloch, Kennenlernspielen und Musiktheorie.

Was motiviert Jugendliche dazu, an einem Lehrgang teilzunehmen, der sich im Theorieteil mit Harmonielehre und Kontrapunktik befasst? Sie wollen ihre musikalischen Fähigkeiten praktisch und auch im Theoretischen erweitern und dazu gehören Gehörbildung, und eben die alten Kniffs und Tricks, um eine vernünftige Fuge zum Beispiel auf die Beine zu stellen. Mehr noch als das sah der Lehrgang intensive Proben in den einzelnen Registern vor.

Die Klarinetten probten ihre Stimme für sich, die Posaunen, die Trompeten und natürlich die Percussioninstrumente. Erst als die Stimmen ihre Passagen drauf hatten, fügte Stadtmusikdirektor Roland Haug alles zu einem stimmigen Ganzen zusammen.

So ein Lehrgang gibt jungen Leuten vielerlei Input. Der Wichtigste ist neben der musikalischen Bereicherung, neue Leute kennenzulernen, mit denen man ein Interesse gemeinsam hat, die Blasmusik. „Ohne diesen Lehrgang hätten sich die jungen Musiker wohl nie kennengelernt, denn sie kommen ja aus 17 Vereinen im Kreis Ludwisgburg. Der Lehrgang ist die Grundlage für viele weitere musikalische Aktionen. Hier bilden sich Netzwerke für ein späteres gemeinsames Musizieren“, macht Rudolf Artinger klar. Er moderierte das Abschlussprogramm.

Viele Eltern waren gekommen, um zu sehen, wie ihre Kinder sich hier in der Gruppe musikalisch entfalten. Zu ihnen gehört Frank Bäuerle aus Pleidelsheim. Sein Sohn Christian Bäuerle spielt im D2-Lehrgangsorchester Posaune. „Ich finde das sehr gut, dass es so etwas gibt, denn die Vereine brauchen Nachwuchs, und der will schließlich auch gefördert werden“, so Bäuerle.

Das D2-Lehrgangsorchester begeisterte mit einem stilistisch bunten Konzertprogramm am Sonntagnachmittag rund 300 Zuhörer in Besigheims Stadthalle Alte Kelter, Christian Bäuerle an der Posaune erzählte: „Der Lehrgang D1 hat mir so viel Spaß gemacht, dass für mich klar war, den D2 noch dranzuhängen. Durch die Teilnahme kann ich bei uns in Pleidelsheim in die Erwachsenenkapelle“, sagte er augenzwinkernd.

Lehrgangsbeste: Pauline Amann


Von der Musikschule Besigheim wurde Pauline Amann als eine der Lehrgangsbesten ausgezeichnet. Sie erreichte 95 von 100 möglichen Punkten und hat damit ihren D 2-Lehrgang mit „sehr gut“ bestanden. Ihre Wertungsstücke waren „Apres un reve“ von Gabriel Faure sowie eine „Tarantella“ von Carl Baermann. Pauline Amann ist 13 Jahre alt und erhält seit fünf Jahren Klarinetten-Unterricht bei Jörg Weiß. Mittlerweile spielt sie schon in der Jugendkapelle des Musikvereins Walheim mit. Pauline Amann wurde aufgrund ihres Prüfungsergebnisses in das Kreisjugend-Orchester Ludwigsburg eingeladen. bz